Irgendwie ist es schon ein Phänomen, dass Schweinebauch in anderen Ländern, ganz besonders in den asiatischen Ländern, viel beliebter ist als hierzulande. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Zubereitung in diesen Ländern raffinierter ist. Ich erinnere mich immer wieder gerne an die Schweinebauchpralinen, die ich in einem edlen asiatischen Restaurant in München gegessen habe. Der Begriff Praline ist hier vielleicht ein wenig irreführend, denn das hatte nichts mit Schokolade zu tun, sondern mit ihrer mundgerechten Größe. Sie waren einfach göttlich, voller Aroma, butterzart und viel zu schnell aufgegessen. Über viele Stunden wurden sie geschmort und mit einem Lack überzogen. Eigentlich wäre es an der Zeit, mal wieder hinzugehen und zu prüfen, ob sie immer noch gut so sind.
Stundenlang muss der Schweinebauch in diesem Rezept nicht schmoren, aber etwas Zeit benötigt er schon. Schließlich soll die Kruste unwiderstehlich knusprig werden. Dabei muss man nur darauf achten, dass die Schwarte zu keinem Zeitpunkt in Berührung mit der Sauce kommt.
Das Fett dieses geschmorten Schweinebauchs ist neben der Kruste das Beste. Fast wie eine Wolke schmilzt es im Mund. Ja ich weiß, es mag wie Ironie klingen, doch dieses Fett ist luftig leicht und sehr aromatisch. Das mit dem Fett kann man an anderer Stelle etwas reduzieren, indem man die Sauce in ein Fettabscheider-Kännchen gibt. Das Fett schwimmt oben und man gießt von unten die weniger fette Sauce ab. Funktioniert perfekt.
Die Äpfel geben der Sauce ein fruchtiges Aroma. Die Soja Sauce und der Sternanis verleihen ihr Komplexität. Und sollte etwas davon übrigbleiben, weil das Stück Schweinebauch größer war, als man eigentlich beabsichtigt hatte, so kann man diesen Schweinebauch auch wunderbar kalt essen. Einfach ohne die Sauce im Kühlschrank aufbewahren.
Knuspriger Schweinebauch mit Sternanis und Äpfeln
Für Zwei bis Drei
700 g Schweinebauch mit Schwarte und ohne Knochen
2 EL Olivenöl
1 große gelbe Zwiebel, geschält und in 6 Spalten geschnitten
10 Zehen frischer Knoblauch, geschält
40 g frischer Ingwer, gehackt
4 Sternanis
3 Lorbeerblätter
70 ml helle Soja Sauce
130 ml Hühnerfond
100 ml naturtrüber Apfelsaft
50 ml Apfelessig
1 ½ EL brauner oder weißer Zucker
1 TL schwarze Pfefferkörner, grob gemörsert
2 säuerliche Bio Äpfel, ca. 300 g
Meersalz
den grünen Teil von zwei Frühlingszwiebeln, in feine Röllchen geschnitten
Den Ofen auf 185°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Schwarte des Schweinebauchs mit einem kleinen, scharfen Messer rautenförmig einritzen. Danach die Schwarte mit einem knappen TL Salz einreiben.
Das Öl in einer Pfanne erhitzen und zuerst die Zwiebel darin etwa 3 Minuten anbraten.
Knoblauch, Ingwer, Sternanis und Lorbeerblätter dazugeben. Nochmals 3 Minuten weiterbraten.
Soja Sauce, Hühnerfond, Apfelsaft, Essig, Zucker und den schwarzen Pfeffer hinzufügen.
In eine ofenfeste Form (idealerweise eine Reine) geben und den Schweinebauch in die Mitte setzen, dabei darauf achten, dass die Schwarte trocken bleibt.
90 Minuten im Ofen rösten.
In der Zwischenzeit die Äpfel in Spalten schneiden und dabei das Kerngehäuse entfernen.
Die Äpfel um den Schweinbauch in die Sauce legen, dabei wieder darauf achten, dass die Schwarte nicht mit Flüssigkeit benetzt wird.
Nochmal 30 Minuten weiter rösten.
Aus dem Ofen nehmen und das Fleisch auf einem Schneidebrett etwa 10 Minuten ruhen lassen. Anschließend in dicke Scheiben schneiden.
Die Sauce nach Bedarf nochmal mit etwas Salz abschmecken und nach Belieben mit einem TL Stärke binden.
in tiefen Tellern servieren und mit den Frühlingszwiebelröllchen bestreuen.
Dazu passt Reis.








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