Die Gurken in Korea unterscheiden sich ein wenig von unseren Salatgurken. Äußerlich ähneln sie eher einer (pockigen) Landgurke, sind jedoch schlanker. Außerdem ist ihr Fleisch heller. Eher wie bei einer Schmorgurke. Geschmacklich würden jedoch selbst ausgesprochene Gurken-Puristen so gut wie keinen Unterschied erkennen. Eine Gurke ist halt eine Gurke. Und deshalb ist es auch egal, woher die Gurke für diesen Salat kommt. Gurken und Tomaten sind ohnehin gerade die gefragtesten Gemüse. Salat geht immer, Gazpacho geht immer. Alles, was kalt ist, geht grad besonders gut.
Vor zwei Tagen stand ich an der Kasse des Supermarkts und beobachtete, wie die Dame vor mir eine Familienpackung Eis am Stiel über das Band schob. Die Kassiererin schaute ungläubig auf das Eis. „Wo ist das denn her?“, fragte sie. Aus dem Keller, antwortete die Frau mit einem verschmitzten Lächeln, die offensichtlich eine Kollegin war. Aha, dachte ich, ihr habt also noch welches. Vermutlich rationieren sie es, denn das Kühlregal weist am linken Rand große Lücken auf. Verstehen kann ich das irgendwie.
Vielleicht findet sich in den Tiefen des Kühlraums auch noch Buttermilch, denn die hätte ich gern gehabt, aber auch hier taten sich im Kühlregal Lücken auf. Immerhin – es gab noch kleine Gurken und es gab frischen Knoblauch. Gerade brauche nicht viel zum Glücklichsein. In der immer weniger werdenden Vielfalt der internationalen Kochmagazine (ich verdrücke an dieser Stelle mal wieder ein Tränchen für „National Geografics FOOD“, „Lucky peach“ und „Delicious UK“, die allesamt aufgegeben haben) feiern sie gerade das sommerliche BBQ. Bei den australischen Magazinen kann ich das ja noch verstehen, die haben dort Winter, doch wer will sich bei dieser Hitze freiwillig an einen Grill stellen? Die Abendstunden sehne ich herbei, weil sie eine immerhin kleine Abkühlung mit sich bringen und würde diese um nichts in der Welt die gegen das beste Grillgericht eintauschen wollen.
Wir sprechen vielleicht im Spätsommer nochmals darüber.
Im Koreanischen heißt dieser Salat übrigens Oi Muchin.
Koreanischer Gurkensalat
350 g Snackgurken
1 TL Meersalz
1 kleine Schalotte, in feine Scheiben geschnitten
1 EL Soja Sauce
3 EL Reisessig
1 EL brauner Zucker oder Honig (alternativ Ahornsirup)
1 EL geröstetes Sesamöl
2 Zehen Knoblauch, in feine Scheiben geschnitten
1 walnussgroßes Stück Ingwer, gerieben
1 EL Gochugaru (koreanische, mild-fruchtige Chiliflocken)
geröstete Sesamkerne
Die Gurken in Stücke schneiden, in eine Schüssel geben und salzen. Für 20 Minuten stehen lassen, damit sie Wasser ziehen.
Durch ein Sieb abschütten und kalt abspülen. Anschließend leicht trockentupfen. Schalotte zu den Gurken geben.
Aus dem übrigen Zutaten ein Dressing anrühren und über den Salat gießen. Entweder sofort servieren oder noch mal für eine halbe Stunde kaltstellen.
Wer mag, gibt noch etwas frischen Koriander dazu.







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