Sollen sie doch Kuchen essen!….und Whiskey trinken!

 

Seit geraumer Zeit fristet eine ungeöffnete Flasche Jim Beam (Honey Flavour) in meiner Bar ein Schattendasein und ich kann nicht einmal mehr genau sagen, wann und von wem ich diese bekommen habe. Ein Gastgeschenk, dessen Wert offensichtlich mir für lange Zeit verborgen geblieben war, weiß ich doch zwar einen guten Whiskey durchaus zu schätzen, doch diese sind dann in Regel von einer kleinen schottischen Insel und schmecken, wie ein Freund gerne zu sagen pflegt, nach alten Gummireifen, sprich, nach Torf.

Und so stand sie da und wurde vergessen. So lange bis die grauen Regentage kamen und nicht mehr verschwinden wollten. Der Himmel im Zustand eines grauschwarzen Dauerregens, die Gedanken so düster wie ein französischer Film-Noir und keine Besserung in Sicht. Nicht dass ich jetzt damit dem Schöntrinken des trüben Wetters eine Absolution erteilen möchte (ach, irgendwie wohl schon), aber manchmal müssen eben nicht nur die Füße, sondern auch die Seele gewärmt werden. Und dies am besten mit einem Heißgetränk. Und da kommt jetzt auch die Flasche Jim Beam ins Spiel. Ich erinnerte mich daran, dass ich in meiner allerliebsten Bar in München sehr gerne einen Hot Toddy getrunken habe. Bourbon mit allerlei Gewürzen, Saft und heißem Wasser. Unglaublich wärmend, nicht zu süß, und ein Streichler der Geschmacksnerven, wenn draußen die Welt im Dunkeln und der Kälte versinkt. Das sollte nun also seine Bestimmung sein.

Leckeren Sirup vom Holunderstandl auf dem Viktualienmarkt gab es reichlich zur Auswahl. Ingwer, Blutwurz und Sanddorn standen zur Wahl. All jene, die es herber mögen, denen sei der Blutwurz ans Herz gelegt. Dieser und auch die anderen Sirups verwenden nur ein Minimum an Zucker, so viel wie nötig, damit die Frische der Frucht erhalten bleibt. Und bis auf den Ingwer ist alles nur aus lokalen Früchten und Blüten hergestellt. Und wenn es so wie gestern auf dem Markt unter dem Dach des Standls so richtig kuschlig ist, wenig Touristen unterwegs sind, dann hat die Herrin des Sirups auch Zeit für ein Schwätzchen. Und ich hätte auch diesmal so gerne weiter probiert, wenn da nicht diese Menge an Flüssigkeit wäre. So auf dem Markt unpraktisch. Irgendwie.

Und wenn die Flasche schon mal offen ist, dann kann sie auch gleich weitere Verwendung finden. In einem Kuchen zum Beispiel, genauer gesagt in einem Bourbon-Kardamom Apfelkuchen. Und weil Kardamom ein Gewürz ist, das die Sinne mit seinem zitronig-blumigen Duft  aufhellt, kann man auch dies getrost unter Anti-Regen-Depressions-Therapie verbuchen.

Perfekt ist das alles natürlich besonders dann, wenn man sich tatsächlich in den ca. 65 Minuten Backzeit dazu aufrafft, einen Spaziergang zu machen, mit kalten Fingern wieder heimkommt, das Wasser erhitzt und es sich dann ganz entspannt auf dem Teppich, Sofa oder wo auch immer gemütlich macht. Mit einem Hot Toddy und einem Stück Kuchen ( noch lauwarm und mit gezuckerter Sahne).

 

Bourbon-Kardamom Apfelkuchen

450 g Mehl (Typ 550)

3 Eier

300 ml neutrales gutes Pflanzenöl (z.B. Traubenkernöl)

150 ml Bourbon (in meinem Fall Jim Beam Honey)

100 g braunen Zucker

2 Päckchen Vanillin Zucker

1,5 TL gemahlenen Zimt

1,5 TL gemahlenen Kardamom

1 Prise Salz

4 säuerliche Äpfel, geschält und in mundgerechte Stücke geschnitten

Saft einer halben Zitrone

1 gehäufter TL Backpulver

100 g Mandelsplitter

Puderzucker zum Bestäuben

Den Ofen auf 180° vorheizen.

Das Mehl mit dem Salz, dem Backpulver und den Gewürzen mischen. Die Eier mit dem Öl, dem Bourbon, dem Vanillezucker und dem braunen Zucker in einer separaten Schüssel mischen.

Die Äpfel mit dem Zitronensaft mischen und mit braunem Zucker bestreuen.

Die Mehl-Zucker Mischung langsam unter die Eimasse heben. Die Äpfel und ¾ der Mandeln ebenfalls unter den Teig mischen.

Eine Springform einfetten und den Teig gleimässig einfüllen. Mit dem Rest der Mandelsplitter bestreuen.

Im Ofen etwa 65 – 70 Minuten backen. Danach in der Form etwas auskühlen lassen und mit dem Puderzucker bestreuen.

 

Claudias“ Easy Hot Toddy“

Pro Glas (hier eignet sich ein Tumbler oder auch ein Thermoglas) einen guten Fingerbreit Sirup, 1-2 Fingerbreit Bourbon. Mit kochend heißem Wasser auffüllen und mit einer Zimtstange und kleinen Orangenschnitzen dekorieren.

 

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4 Responses to Sollen sie doch Kuchen essen!….und Whiskey trinken!

  1. Sebastian 12. Januar, 2013 at 13:13 #

    Apfelkuchen finde ich auch richtig klasse. Egal welche Variante man davon ißt, sie schmeckt immer ein wenig anders. Allein die vielen Ideen die man beim Backen eines Apfelkuchens mit einbringen kann machen diesen immer wieder interessant.

  2. Ulrike Pflaumer 9. Januar, 2013 at 10:46 #

    Apfelkuchen ist für mich der Beste Kuchen überhaupt. Seine enormen Variationen machen immer Lust auf mehr.

  3. Sybille 7. Januar, 2013 at 23:15 #

    Hier steht seit zwei Jahren ein ganz edler Glenfiddich und wartet…auf was? Keine Ahnung..auf Apfelkuchen wäre ich jetzt nicht gekommen, doch die Idee gefällt mir immer besser! :)

    • Dinner um Acht 8. Januar, 2013 at 9:19 #

      ein edler Glenfiddich?? Das tut mir fast schon weh, wenn dieser verkocht würde. So ein Jim Beam Honey Zeugs ist da ja ok, aber ein guter Schotte??? Dann lege ich doch lieber mal auf dem Weg in die Heimat einen Stopp im Schwäbischen ein und helfe dir, ihn zu leeren.. ;-)

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