Schwarzer Heilbutt mit Sesamglasur und Physalis, grünem Spargel und Erbsenpüree

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Neulich habe ich so einen Test gemacht. Da ging es um Gedächtnisleistung. Alles was man tun sollte, war einen Text zu lesen. Ganz simple. Auf zwei Seiten wird der morgendliche Ablauf einer Frau beschrieben, bis zu ihrem Weg in die Arbeit. Es kommen Straßennamen vor, Wegbeschreibungen, die Namen ihrer Kollegen und was sie gefrühstückt hat. Ich versuchte mich auf die Straßen und den Weg zu konzentrieren. Ich war mir sicher, später im Test würde danach gefragt werden. Aber darum ging überhaupt nicht. Es ging darum, was man sich grundsätzlich aus diesem Text gemerkt hatte. Vollständig und präzise konnte ich runterbeten, dass sie ein Müsli hatte, etwas Obst und so weiter… jedes Detail. Bei den Straßennamen kam ich dann schon ins Schleudern. Bei den Namen der Kollegen war ich verloren. Fazit war, ich habe ein kulinarisches Fotogedächtnis. Ich folgere also, ich kann mich verirren, vergesse die Namen der Menschen, die mir vorgestellt werden (tue ich tatsächlich), aber verhungern werde ich niemals. Ich kann mich an alles erinnern, was mit Essen zu tun hat. Dabei muss ich mich nicht einmal anstrengen.
Und genau aus diesem Grund vermutlich, fällt mir auch wieder jener schwarze Heilbutt ein, den ich vor über fünfzehn Jahren in Seattle gegessen habe ein. Er war so überwältigend gut, dass im Hirn eine ständige Markierung an diesem Bild hängengeblieben ist. Ich stehe an der Fischtheke und sehe diesen schwarzen Heilbutt vor mir auf dem Teller. Die Abteilung für Gelüste meldet sich und verlangt nach eben diesem Heilbutt. Ich bin machtlos. Das Signal für Spargelwunsch wird gleich hinterher geschickt. Mein Heilbutt in Seattle wurde nicht mit Spargel serviert, eher könnte man es als eine asiatisch inspirierte Ratatouille bezeichnen, aber jetzt liegt mir der Geschmack quasi schon auf der Zunge. Fisch mit Spargel – ein Klassiker.
Dazu stelle ich mir ein samtiges Erbsenpüree vor. Fehlt also nur noch die Säure. Im Kopf reihen sich die möglichen Optionen artig auf. Zitrone oder Limette? Nur ein zögerliches Ja als Antwort. Beeren? Schon besser, aber hey, es ist Mitte April, da sieht es Beerenmäßig noch nicht besonders üppig aus. Bis auf die Physalis. Die gibt es ja quasi immer. Die Kapstachelbeere. In Südafrika sagen sie einfach nur Stachelbeere (Gooseberry) dazu. Unsere Stachelbeere ist dort unbekannt.
Die jedenfalls hat genau die richtige Säure für meinen Fisch, den Spargel und die Erbsen.
Warum nur, können nicht alle Menschen wie Gemüse oder Obst heißen? Ehrlich, das würde es mir soviel leichter machen..

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Für Zwei
300 – 400 g schwarzer Heilbutt, in zwei Filets
300 g dünner grüner Spargel
1 TL Olivenöl
6 Physalis
2 x 1 TL Butter
1 TL Soja Sauce
ein paar Tropfen dunkles Sesamöl
500 g frische Erbsen gepalt (oder TK, wenn es für Frische zu früh ist)
1 EL Schmand
Salz, Zucker
etwas fruchtiger Sancho Pfeffer
etwa 1 TL weißer Sesam

1. Die Erbsen in einem Topf mit einem TL Butter andünsten und mit etwa 100 ml Wasser auffüllen. Bei geschlossenem Deckel und mittlerer Temperatur etwa 6 Minuten weich kochen. Den Schmand dazugeben und pürieren. Mit Salz abschmecken und warm stellen.
2. Den Spargel waschen und im unteren Drittel schälen. Die Physalis halbieren. In einer beschichteten Pfanne das Olivenöl erhitzen und den Spargel darin unter Rühren anbraten. Sobald die ersten Röststellen zu sehen sind, den Zucker drüberstreuen, damit er etwas karamellisiert. Salzen und ebenfalls warm stellen.
3. In der gleichen Pfanne, in welcher der Spargel gebraten wurde, einen TL Butter erhitzen und die Heilbuttfilets darin zuerst auf einer Seite anbraten, die Soja Sauce und das dunkle Sesamöl dazugeben, die Temperatur zurückschalten und vorsichtig wenden. Nach etwa 3 – 4 Minuten den Sesam darüber streuen und nochmals wenden. Den Pfeffer darüber streuen.
4. Den Fisch aus der Pfanne nehmen auf vorgewärmte Teller geben und in der Pfanne kurz die Physalis anbraten.
5. Mit dem Erbsenpüree und dem Spargel anrichten

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