Say „cheeeeese“! – eine bayerische Käse Degustation

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Ich war entzückt, als die Einladung in mein Postfach flatterte. Einen Abend lang sollte ich Käse probieren dürfen, eine Käse Sommelière kennen lernen und mich meinem allerliebsten Thema widmen – über Essen reden.
Eingeladen hat die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft, die anlässlich dieses Termins sogar Ihre Hoheit, die bayerische Milchkönigin aus Oberfranken präsentierte. Ich gebe auch gerne zu, dass die junge Dame mich wirklich erstaunte. Nicht nur, dass sie ihre Krone trug, als habe sie seit den frühesten Kindertagen nichts anderes gemacht, sie ist außerdem diplomierte Landwirtin (Respekt) mit einer klassischen Gesangausbildung (bin begeistert) und liebt Kühe über alles.
Überhaupt war ich an diesem Abend umringt von großartigen und interessanten Menschen. Menschen, die leidenschaftlich das gezeigt haben, worauf sie stolz sind. Ein Käsemeister, der sich freut, wenn man sein Wissen anzapft , eine Käse Sommelière, der man ansah, dass sie uns gerne noch mehr von den alten „Schätzen“ mitgebracht hätte.
Wir reden immer so oft von fremdschämen, aber keiner kann mir sagen, warum es kein Wort wie „fremdstolzsein“ gibt. Genau dieses Gefühl hatte ich.
Und dann waren da noch die anderen Foodbegeisterten, wobei ich mal wieder bei den Bloggern hängengeblieben bin und so nicht wirklich eine Chance hatte, die anderen Teilnehmer dieses überschaubaren Kreises kennenzulernen. Der Rahmen für diese Veranstaltung war mit Haralds Kochschule treffend gewählt. Nicht zu groß und kuschlig elegant.

käseteller

Doch erst einmal gibt es zur „Vorspeise“ ein paar Fakten. Bayern, genauer gesagt die bayerischen Kühe, produzieren pro Jahr an die 7,5 Mio. Tonnen Milch. Es übersteigt meine Vorstellungskraft, wie viele Käse man daraus machen kann. Annährend die Hälfte aller Beschäftigten in der Molkereiwirtschaft ganz Deutschlands, arbeitet in Bayern. Und dennoch haben wir hier leider nicht die Vielfalt wie beispielsweise Frankreich. Und damit wären wir auch schon bei den verkosteten Käsen. Ähnlich einer Weinprobe, wo man mit den leichten und frischen Weißen anfängt, haben wir mit dem Camembert begonnen. Und ja, es ist wichtig, dass jeder Käse seine Zeit zum Atmen bekommt, genauer gesagt, dass er nicht aus dem Kühlschrank direkt auf dem Teller landet. Aber das wissen wir ja alle schon und halten uns doch selten genug daran.
Spannend wurde es mit zunehmendem Alter. Hier wurde es herzhafter und vollmundiger. Der 2 Jahre alte Bergkäse wurde nur schweren Herzens vom Blogger-Eck wieder weiter gereicht. Davon hätte ich gerne noch mehr gehabt. Und wir waren uns am Tisch auch alle einig. Eigentlich können sie es ja, warum nur in aller Welt tun sie es dann nicht öfter? Sie, die bayerischen Käsemacher. Wir schauen uns ratlos an.
cheese_bavaria2Der Käse war nur der Auftakt für weitere, lustiger weise als Fingerfood angekündigte, Leckereien. Ich nehme es Harald nicht übel, dass er mir eine zweite Scheibe seines köstlichen Roastbeefs aufgezwungen hat. Es hat dann eben nicht mehr zum Schokoladenkuchen gereicht. Dafür waren die Cocktails mit Flusskrebsen ganz allerfeinst.
Wir, Alice, Petra, Dorothée und ich waren dann auch die letzten, die an diesem Abend die Veranstaltung verließen. Glücklich vom leckeren Wein und den anregenden Gesprächen. bayerischeMilchwirtschaft

bayerischeMilch
Zu Hause schaute ich dann in meine Goodie-Bag, die jeder noch mitbekommen hatte und entdeckte ein ganz vorzügliches Rezeptheft (Leibspeis &Lebenslust – wie Bayerns Spitzenköche mit Milch und Käse zaubern). Und weil ich euch das nicht vorenthalten wollte, hab ich auch gleich bei der Pressestelle nachgefragt, ob man das über die Webseite downloaden kann. Noch nicht, aber hoffentlich bald, heißt es.
Nichtsdestotrotz, auf der Homepage der Landesvereinigung der bayerischen Milchwirtschaft finden sich viele leckere Rezepte und ich bin sicher, wer ganz lieb fragt, der bekommt das Heft bestimmt auch zugeschickt.

 

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6 Responses to Say „cheeeeese“! – eine bayerische Käse Degustation

  1. kaltmamsell 10. Februar, 2013 at 17:27 #

    Hat wirklich niemand den Milchpreis und die Lage der bayrischen Milchbauern angesprochen? Vielleicht hätte ich die Einladung doch annehmen und ein bisschen bohren sollen.

    • Dinner um Acht 10. Februar, 2013 at 18:14 #

      Das hättest du. Und meine erste Reaktion war als ich Deinen Kommentar gelesen habe war, dass ich auf das hätte aufmerksam machen sollen. Ich bin so dafür, dass die Milchbauern gerecht bezahlt werden. Man kann wirklich nicht oft genug mit dem Finger drauf zeigen. Schade, dass Du nicht mit dabei warst. LG, Claudia

  2. Sybille 9. Februar, 2013 at 19:10 #

    Fremdstolzsein…so empfinde ich oft und suche genauso oft nach dem passenden Wort. :)

    • Dinner um Acht 10. Februar, 2013 at 11:28 #

      Das erste mal wo mir bewusst wurde, dass mir ein Wort dafür fehlt war, als ich mit einem Winzer aus dem Elsass sprach, der mir voller Stolz seinen Weinkeller zeigte und über seine Arbeit erzählte. Es ist ein Glück, welches der Stolz der anderen uns schenken kann.

  3. bushcook 8. Februar, 2013 at 15:02 #

    Hast Du sehr schön geschrieben. Dann sind wir ja heute gleichzeitig online gegangen :-).

    • Dinner um Acht 8. Februar, 2013 at 15:11 #

      Großartig, gell? So an einem Freitag mittag lässt es sich schön bloggen. Aber du warst ja Erste – da hab ich noch an den Bildern gefummelt.

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