13. August 2017

Rote Bete Salat „Leaf to Root“ mit Minze, Datteln und Ingwer-Joghurt Dressing

Rezepte, Vegetarisch, Sommer, nach Saison, Salat und Vorspeisen | 2 Kommentare

Jeden Samstag das Gleiche. Während ich in der Schlange am Gemüsestand stehe, verfolge ich was die anderen so einkaufen. „Das Grün weg?“, fragt die Markthändlerin, die einen Bund Möhren in der Hand hält. Die Kundin nickt, ja bitte. Kohlrabi auch ohne Blätter? Ja, bitte. Wohlgemerkt dies ist ein Stand für Biogemüse.
In diesem Moment wünsche ich mir immer, ich könnte kleine Rezeptkarten verteilen. Von Möhrengrünpesto zum Beispiel. Nutzt ja nix. Die meisten wissen ja trotzdem nicht, was sie mit all dem Grün anfangen sollen. Da war ich gestern schon voll des Entzückens, als ein Herr nach einer „Hasenfutter-Tüte“ fragte und die Dame am Stand ihm mit Bedauern mitteilte, sie habe noch kein Hasenfutter. Könnte bedeuten, dass alle ihr Grün mitgenommen haben. Jetzt bin ich ja weit davon entfernt, irgendwen missionieren zu wollen. Sollen sie doch ihr wunderbares Bio-Grün ihren Kaninchen verfüttern. Einem Kaninchen aus dem Münchner Süden geht es scheinbar futtermäßig ausgezeichnet. Doch trotzdem ist es zu bedauern, dass so viel Möhrengrün und so viele Rote Bete Blätter einfach im Kompost landen. Rote Bete Blätter sind fein, haben eine leichte Schärfe und dürfen gerne auch noch jenseits der Babyblättchenzeit verzehrt werden. Spinat essen wir ja auch nicht nur in der Micro-Version.
Die Rote Bete sehen heute ganz wunderbar aus. Knackige, saftige Blätter, als seien sie erst vor einer halben Stunde aus dem Acker gezogen worden. Ich will Rote-Bete an diesem Tag. Und dann kann ich es mir doch nicht verkneifen, ein wenig lauter die Frage zu beantworten, ob das Grün entfernt werden soll. Nein, danke, das ist wunderbar für einen Salat. So! Ich hoffe, ihr habt das alle gehört. Auch wenn es noch früh am Morgen ist. Zur Strafe, weil ich dann doch so ein bisschen missionieren wollte, entdecke ich daheim, dass ich den Sellerie vergessen habe. Dumm gelaufen. Ich schiele nach den roten Stängeln der Bete. Also gut, dann eben heute auch noch mit Stängeln.
Ich fühle mich sehr vorbildhaft in diesem Moment.

Für Zwei
2 Rote Bete mit Blättern
1 Möhre
½ Bund Frühlingszwiebeln
1 mittelgroßer Fenchel
ca. 10 Datteln, entsteint und in Scheiben geschnitten
je eine Prise Salz und Zucker

1 walnussgroßes Stück Ingwer, gerieben
1 Becher Joghurt
2 EL Olivenöl
2 Zweige Minze, Blättchen gezupft und grob gehackt
2 EL Dattelsirup (alternativ Reissirup oder Agavendicksaft)
Saft einer halben Limette
½ TL gemahlener Kümmel
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

4 große Blätter der Roten Bete waschen und trocken schütteln. Die Stiele abschneiden und in feine Röllchen schneiden. Die Röllchen mit einer Prise Salz und Zucker in eine kleine Schüssel geben, mit den Händen gut durchmengen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Das macht sie weicher.
Die Möhre und die Bete schälen und raspeln.
Die Blätter der Roten Bete in feine Streifen schneiden.
Den Fenchel in feine Scheiben hobeln und zusammen mit den anderen Gemüsen in eine Schüssel geben. Die Frühlingszwiebelröllchen dazugeben.
Den geriebenen Ingwer mit dem Joghurt, Öl und Limettensaft verrühren und mit Salz, Pfeffer und Dattelsirup abschmecken. Den Kümmel unterrühren.
Das Gemüse mit den Datteln und dem Dressing vermischen, die Stängel und die gehackte Minze drüberstreuen.

Tipp: ein Esslöffel Sahne-Meerrettich macht sich auch gut im Dressing

2 Comments

  1. Milla Gabriele Kalhorn

    Liebe Claudia,

    Deine Fotos sind, wie immer, eine Augenweide und, wie immer, hätte ich zu gerne fix mal den virtuellen Räuberlöffel zur Hand 😉

    Für das interessante Dressing ist alles im Haus – es wird sich aber wohl mit dem „Restgemüse“ abfinden müssen … der sonnabendliche Marktgang fiel buchstäblich ins (Regen)Wasser.

    Ein großes DANKE für all Deine Inspirationen und alles Schöne „umzu“!
    Herzlich, Milla Gabriele

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    • Dinner um Acht

      Liebe Milla Gabriele,
      ich freue mich wirklich sehr über deine Worte (Räuberlöffel rüberschieb‘. Danke dafür.
      Ich bin sicher – auch mit „Restgemüse“ funktioniert das prima.
      herzliche Grüße zurück,

      Claudia

      Antworten

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