Kürbiskern-Koriander Pesto

Wir haben einen unglaublichen Mai – es ist heiß! So heiß, dass man es heute in der prallen Sonne kaum aushält. Ein wenig, als ob der Frühling dieses Jahr zu kurz gekommen ist, und gleich dem Sommer Platz machen musste. Zugegeben, die Nächte sind zwar noch etwas kühl, aber das entspannte Sommer-Feeling beginnt sich breit zu machen. Südliche Aromen, die Sehnsucht nach dem Meer, Lust auf leichte, spritzige Sommerweine.

Genau solche Weine habe ich vorgestern probiert. Weinproben sind verführerisch, sovieles was lecker ist und ehe man es sich versieht hat man ein kleines Vermögen auf seiner Bestell-Liste angekreuzt. Andererseits ist es auch immer wieder schön, wenn der Weinkeller wieder aufgefüllt ist.

Doch zurück zu den mediterranen Aromen. Mir fällt da auch immer gleich Pasta ein, entweder mit einem kräftigen Sugo oder einem würzigen Pesto. Ich hatte ja schon über diesen wunderbaren Pesto-Laden in Berlin geschrieben und überlegte also mein eigenes Pesto zu kreieren. Was Pesto angeht, so sind der Kreativität so gut wie keine Grenzen gesetzt.

Ich entschied mich für Kürbiskerne und Koriander. Dem durchaus dominanten Geschmack des Korianders setzte ich zu den Kernen auch Kürbiskernöl entgegen. Das Ergebnis war großartig. Zusammen mit Spaghettinis und gegrillten Jacobsmuscheln – und natürlich dem Sommerwein.

für 6 Personen:

4 Knoblauchzehen

100 g Kürbiskerne

2 Bund Koriander

200 ml Hühnerbrühe

100 g frisch geriebener Pecorino

3 EL Olivenöl

1 EL Kürbiskernöl

Knoblauchzehen schälen und zusammen mit den Kürbiskernen, den von den Stängeln gezupften Korianderblättern (wer es kräftiger mag, der lässt die Stengel dran) und der Brühe im Mixer pürieren. Pecorino unterrühren die Öle zufügen. Basta!

 

 

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Spargel mit Orangen-Chillie-Butter, Ziegenkäse und Basilikum

Alle Jahre wieder kann ich es kaum erwarten, dass der erste Spargel aus heimischen Gefilden auf dem Markt landet. Auch wenn der bayerische Spargel wirklich gut ist, werde ich mein Leben lang dem Badischen treu bleiben weil er für mich der Beste der Welt ist. (Liebe Schrobenhausener, bitte nicht böse sein).

In meinem winzigen inneren Hausaltar steht also auch eine Spargelstange und um dieser zu huldigen, habe ich etwas ganz neues ausprobiert, denn ich gebe gerne zu, dass ich ein wenig konservativ bin, wenn es um den Spargel geht. Es muss jetzt nicht gerade die mächtige Hollandaise sein – obwohl es da ein Rezept gibt, das wirklich immer gelingt – mit Schinken und Kartoffeln, aber ich war enttäuscht von einem Spargelcurry, das außer nach Kokos und Curry nicht wirklich nach Spargel schmeckte. Spargel darf also nichts neben sich haben, was so dominant ist, dass er darunter verschwindet.  Aber so einen Hauch von Chillie verträgt er durchaus.

Es ist ein wenig wie bei der Erdbeere. Erst wenn frisch gemahlener Pfeffer drüber kommt, wird ihr Geschmack intensiv und süss.

  

1 kg Spargel (weiß oder violett)

1 Bio Orange

1 rote Chillie

2 Knoblauchzehen

100 gr junger Ziegenkäse

50 gr Pinienkerne

1/2 Bund Baslilikum

4 ELOrangenblütenhonig

100 gr Butter

ca. 50 Parmesan, frisch gerieben

Den Spargel schälen. Mit einem Zestenreißer die Schale der Orange abziehen. Den Saft auspressen.

Die Pinienkerne zuerst ohne Fett in Pfanne rösten, dann die Butter und die Chillieschote zugeben. Den Honig, den Saft und den fein gewürfelten Knoblauch einrühren und vom Herd nehmen. Basilikum hacken und den Ziegenkäse zerkrümeln.

Den Spargel bissfest kochen, mit der Pinienbutter übergießen und den Basilikum und den Ziegenkäse drüberstreuen.

Mit einem kräftigen Weißwein und Flûte (ich liebe diese dünnen Baguettes, die man natürlich bedenkenlos durch ein solches oder ein Ciabatta ersetzen kann, aber Flûte sind einfach unschlagbar elegant) servieren.

 

 
 
 

 

 

 

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Frühlingserwachen mit Rhabarber-Ingwer Chutney

Vergessen sind sie, die dunklen langen Wintermonate, wo wenig das Auge erfreute, wenn man auf den Markt ging. Doch nun ist er endgültig da –  der Frühling. Und wohin treibt es eine passionierte Köchin aus München? Richtig –  auf den Viktualienmarkt. Da lacht er mich an, der frische Spargel aus heimischen Gefilden, und auch der erste Rharbarer ist schon da. Ich gebe gerne zu, dass ich bis heute kein Rezept gefunden habe, das Letzteren auf rohe Weise zubereiten lässt, doch gekocht ist Rhabarber einfach großartig. Alles zieht sich im Mund zusammen, verwendet man zuwenig Zucker. Jahrelang habe ich ihn einfach ignoriert. Ich mag keine Marmelade, kein Mus, daher schlug der Scanner niemals an, wenn Rhabarber in meinem Blickfeld auftauchte.

Bis eine liebe Freundin ein Geschenk für ihre Mutter brauchte, und da Mütter in der Regel alles haben, aber die Vorstellung lieben, dass ihr Kind sich hingebungsvoll dem Basteln oder Zubereiten von etwas Besonderem gewidmet hat, schlug ich vor, doch ein Chutney zu kochen. Kaufte hübsche Einweckgläschen, besorgte die Zutaten und schon ging es los. So ein Chutney ist wirklich in Null komma nichts gekocht und macht enorm was her. Das Beste daran ist –  der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Warum nicht mal ein kühnes Apfel-Chutney mit Rosen und Chilli? Oder Himbeeren mit Hickory Salz?

Wir haben uns letzendlich für folgendes entschieden:

500 Gramm Rhabarber

1 Ingwerwurzel frisch

200 Gramm Zwiebel gewürfelt

150 Gramm Gelierzucker

0,1 Liter Apfelessig

0,1 Liter weißer Balsamico

1 cm Chillischote

0,5 TL Senfpulver

Salz

Pfefferminzblätter, frisch gehackt

Rhabarber würfeln, den Ingwer fein hacken und mit den übrigen Zutaten außer den Minzblättern zum Kochen bringen, bis der Rhabarber weich ist. Minze unterheben und in ausgekochte Einweckgläser füllen, die sofort danach auf den Kopf gestellt werden.

Schmeckt großartig zu gegrilltem Fleisch!

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Dealen? mit Pesto unbedingt!

Dass Shoppen anstrengend ist, weiß jede Frau. Irgendwann schmerzen die Füße, der Rücken tut weh und selbst rote Preise lassen ab einem gewissen Punkt der Erschöpfung den Puls nicht mehr höher schlagen. Das Sofa, die eigenen vier Wände rufen so laut, dass es nicht mehr zu ignorieren ist. In ungefähr diesem Zustand, ich freute mich schon auf das Auto, das nicht weit weg geparkt war, schleppte mich eine Freundin in einen kleinen Laden abseits der belebten Wilmersdorfer Straße in Berlin. Meine Begeisterung war verhalten, mein schöner Plan, in den nächsten zehn Minuten die Couch zu erreichen und die Füße hoch zu legen, verschob sich. Mit Begeisterung erzählte sie mir von ihrem „Pesto Dealer“. Ich hielt den Namen für eine Eigenerfindung, bis ich das kleine Schild über der Tür las. Tatsächlich –  da stand es!

Ein Tisch, ein Regal mit einigen Weinen und eine Theke mit verschiedenen Gläschen nahmen den Raum ein. Die Dame des Hauses war soeben dabei, eine Ladung Salbei-Nuss Pesto, ganz frisch hergestellt, in Gläser zu füllen. Wir mussten natürlich sofort probieren. Lecker! Doch meine Favoriten waren nach weiterem Probieren schnell klar. „Thai-Koriander Pesto“ und „Dubai Prezzemolo“ – beide ungewöhnlich und ausgewogen in ihren Aromen, so dass mein innerer Koch sofort mit dem Komponieren der diversen Gerichte begann. Vorbei war die Erschöpfung. Allein die Tatsache, dass ich nur mit Handgepäck zurück nach München reisen musste und ich die Gefahr sah, dass der Sicherheitsdienst beim CheckIn die Gläschen womöglich wegen Flüssigkeit einbehalten könnte, ließ mich nicht die gesamte Palette kaufen.

Liebevoll verpackt und mit dem Hinweis, dass sich auf der Homepage ganz viele Rezepte finden lassen, verließen mehrere der  Gläschen den Laden.

Und heute habe ich dann auch gleich das „Dubai Prezzemolo“ ausprobiert – mit kleinen Spinat-Penne und zerbröseltem Feta Käse. Wunderbar – und noch besser, dass mein neuer Dealer auch nach München schickt.

http://www.pestodealerberlin.de

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Köfte aus roten Linsen mit Granatapfel-Koriander-Salat

Ich war so tapfer. Über gefühlte zehn Wochen (in Wirklichkeit waren es nur zwei) hatte ich nicht einmal im Netz nach neuen Kochbüchern Ausschau gehalten. Ich fühlte mich gefestigt und zufrieden – konnte ich mich doch ganz den unerschöpflichen Beständen widmen- als etwas im Vorbeigehenan einer Buchhandlung in meinem Augenwinkel aufblitzte und unweigerlich meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Da lag es selbstbewußt und druckfrisch zwischen all der hochkarätigen Belletristik und lockte mit dem verheißungsvollen Titel „Granatapfel, Sumach & Zitrusduft“.Der Orient und seine Küche übten schon immer eine starke Wirkung auf mich aus. Die Komposition der Aromen empfinde ich als wohltuend für die Seele – als streckte sich der Gaumen der warmen Sonne entgegen. Und natürlich ist sie nicht so leicht durchschauen diese Küche. Zumindest tut sich meine Zunge bei italienischen Gerichten immer viel leichter, wenn es darum geht, die Ingredenzien zu bestimmen.Ich konnte nicht widerstehen, kaufte es (mein armes Küchenregal) und plante gleich am Abend daraus das nächste Essen für zwei Freunde. Vier Bällchen blieben nur übrig, die auch noch am nächsten Tag hervorragend schmeckten.

(etwa 20 Stück – für 4 – 5 Personen)

2 EL Olivenöl

1 große rote Zwiebel, fein gehackt

1 EL gemahlener Kreuzkümmel

1 TL Paprikapulver

1,5 EL Zatar, verwandt mit dem Thymian und wird in orientalischen Läden als Gewürzmischung mit Sesam, Salz und Sumach angeboten

100 g rote Linsen

2 EL Granatapfelmelasse

300 ml Wasser

100 g feinkörniger Bulgur

frischer Koriander

Paprikapaste

Salz, Pfeffer

Die Zwiebelwürfel in einer Pfanne in dem Olivenöl weichdünsten, Kreuzkümmel, Paprikapulver und Zatar dazugeben. Die Linsen, die Granatapfelmelasse und das Wasser hinzufügen.8 – 10 min köcheln lassen, bis die Linsen fast gar sind. Den Bulgur hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und erkalten lassen. Unter die erkaltete Masse die Paprikamasse und den frischen Koriander (fein gehackt) mischen.

Salat:

Kerne eines Granatapfels

Saft und Schale einer Bio Zitrone

3 -4 EL Olivenöl

1 Bund frischer Koriander

sämtliche Zutaten dafür mischen.

Aus der Bulgur-Linsenmasse kleine Bällchen formen und mit dem Salat garnieren.

( aus „Granatapfel, Sumach & Zitrusduft“von Silvena Rowe, erschienen 2011 im AT Verlag)

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Am Katzentisch beim Griechen

Kann ein Grieche einen Vegetarier glücklich machen?

Er kann – und das unabhängig von den Mengen an Ouzo oder Retsina. Meine Erwartung war gleich Null, als ein alter Freund von mir in Berlin als Treffpunkt ein griechisches Lokal vorschlug. Die Vorfreude ihn zu sehen überwog bei weitem die düstere Vorahnung, die sich in der Regel einstellt, wenn es um riesige Grillplatten, gefüllt mit Souvlaki und Gyros geht. Ich könnte ja einfach so ein wenig an einem Tsaziki naschen und im Idealfall ein paar gefüllte Weinblätter vertilgen. Dachte ich. Auch die Tatsache, dass mein alter Freund Vegetarier ist, änderte nichts an meinen Vorbehalten.

Doch wie so manchmal im Leben, kam es auch dieses Mal anders. Es war wohl nicht irgendein Grieche, denn als ich um 21:00 Uhr das Lokal betrat, konnte ich mich schon kaum noch frei zwischen den Tischen bewegen, so überfüllt war es mit Gästen und Wartenden. Am letzten freien Tisch, klein und halb an die Bar gedrängt wartete mein Freund auf mich. Obwohl wir quasi schon fast an der Getränkeausgabe saßen, dauerte es eine gefühlte halbe Stunde, bis der Kellner uns die bestellten Getränke brachte, was überhaupt nicht schlimm war, denn so konnte ich in aller Ruhe mich zwischen den vielen vegetarischen Vor- und Hauptspeisen entscheiden. Normalerweise fallen mir Entscheidungen nicht schwer, doch hier musste ich wirklich überlegen, ob es die Sache wert wäre, sich so richtig den Magen zu verrenken, angesichts der verlockenden Gerichte.

Wir bestellten fünf Vorspeisen und drei Hauptgerichte, hoffend, dass diese nicht in der bekannten Schwerstarbeitergröße daherkamen, sondern in einem Format, welches nicht Diät für die nächsten drei Wochen hieß.

Sie kamen und sie waren überschaubar. Frische, leicht frittierte Spinatbällchen, Halloumi mit frischer Minze und Löwenzahn, fluffig leichte Filoteigtäschchen gefüllt mit einem dahinschmelzenden, aromatischen Schafskäse, Knoblauch-Kartoffelpüree, überbackene dicke Bohnen (gut, die waren jetzt nicht so mein Fall) und frisch gebackenes Landbrot.

Besonders der Halloumi mit der frischen Minze hatte es mir angetan.

Aus welchem Grund auch immer, halten Gastronome „Fünf“ für eine angemessene Zahl, welche sich schön auf einem Teller arrangieren lässt. „Fünf“ ist allerdings auch eine Zahl, die es einem einerseits erlaubt in so einem Fall ungemein generös dazustehen und dem Gegenüber mit einem Lächeln die dritte Scheibe zu überlassen, oder es ist ein Zahl, die den rücksichtslosen Futterneider in einem weckt. In meinem Fall Zweiteres. Das mit dem Lächeln hielt ich mir für das letzte Spinatbällchen auf. Da kam ich mir dann wieder sehr fair vor.

Der Wein war trocken und schmackhaft und ohne die gefürchtete harzige Note.

Ich will die ausgesprochen moderate Rechnung nicht auf den Umstand schieben, dass in Berlin eh alles günstiger ist als in München. Leicht angetrunken und wohligst gesättigt betrug die Rechnung nur knapp siebzig Euro.

Ja‘ mas!

www.taverna-ousies.de

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