Dealen? mit Pesto unbedingt!

Dass Shoppen anstrengend ist, weiß jede Frau. Irgendwann schmerzen die Füße, der Rücken tut weh und selbst rote Preise lassen ab einem gewissen Punkt der Erschöpfung den Puls nicht mehr höher schlagen. Das Sofa, die eigenen vier Wände rufen so laut, dass es nicht mehr zu ignorieren ist. In ungefähr diesem Zustand, ich freute mich schon auf das Auto, das nicht weit weg geparkt war, schleppte mich eine Freundin in einen kleinen Laden abseits der belebten Wilmersdorfer Straße in Berlin. Meine Begeisterung war verhalten, mein schöner Plan, in den nächsten zehn Minuten die Couch zu erreichen und die Füße hoch zu legen, verschob sich. Mit Begeisterung erzählte sie mir von ihrem „Pesto Dealer“. Ich hielt den Namen für eine Eigenerfindung, bis ich das kleine Schild über der Tür las. Tatsächlich –  da stand es!

Ein Tisch, ein Regal mit einigen Weinen und eine Theke mit verschiedenen Gläschen nahmen den Raum ein. Die Dame des Hauses war soeben dabei, eine Ladung Salbei-Nuss Pesto, ganz frisch hergestellt, in Gläser zu füllen. Wir mussten natürlich sofort probieren. Lecker! Doch meine Favoriten waren nach weiterem Probieren schnell klar. „Thai-Koriander Pesto“ und „Dubai Prezzemolo“ – beide ungewöhnlich und ausgewogen in ihren Aromen, so dass mein innerer Koch sofort mit dem Komponieren der diversen Gerichte begann. Vorbei war die Erschöpfung. Allein die Tatsache, dass ich nur mit Handgepäck zurück nach München reisen musste und ich die Gefahr sah, dass der Sicherheitsdienst beim CheckIn die Gläschen womöglich wegen Flüssigkeit einbehalten könnte, ließ mich nicht die gesamte Palette kaufen.

Liebevoll verpackt und mit dem Hinweis, dass sich auf der Homepage ganz viele Rezepte finden lassen, verließen mehrere der  Gläschen den Laden.

Und heute habe ich dann auch gleich das „Dubai Prezzemolo“ ausprobiert – mit kleinen Spinat-Penne und zerbröseltem Feta Käse. Wunderbar – und noch besser, dass mein neuer Dealer auch nach München schickt.

http://www.pestodealerberlin.de

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Köfte aus roten Linsen mit Granatapfel-Koriander-Salat

Ich war so tapfer. Über gefühlte zehn Wochen (in Wirklichkeit waren es nur zwei) hatte ich nicht einmal im Netz nach neuen Kochbüchern Ausschau gehalten. Ich fühlte mich gefestigt und zufrieden – konnte ich mich doch ganz den unerschöpflichen Beständen widmen- als etwas im Vorbeigehenan einer Buchhandlung in meinem Augenwinkel aufblitzte und unweigerlich meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Da lag es selbstbewußt und druckfrisch zwischen all der hochkarätigen Belletristik und lockte mit dem verheißungsvollen Titel „Granatapfel, Sumach & Zitrusduft“.Der Orient und seine Küche übten schon immer eine starke Wirkung auf mich aus. Die Komposition der Aromen empfinde ich als wohltuend für die Seele – als streckte sich der Gaumen der warmen Sonne entgegen. Und natürlich ist sie nicht so leicht durchschauen diese Küche. Zumindest tut sich meine Zunge bei italienischen Gerichten immer viel leichter, wenn es darum geht, die Ingredenzien zu bestimmen.Ich konnte nicht widerstehen, kaufte es (mein armes Küchenregal) und plante gleich am Abend daraus das nächste Essen für zwei Freunde. Vier Bällchen blieben nur übrig, die auch noch am nächsten Tag hervorragend schmeckten.

(etwa 20 Stück – für 4 – 5 Personen)

2 EL Olivenöl

1 große rote Zwiebel, fein gehackt

1 EL gemahlener Kreuzkümmel

1 TL Paprikapulver

1,5 EL Zatar, verwandt mit dem Thymian und wird in orientalischen Läden als Gewürzmischung mit Sesam, Salz und Sumach angeboten

100 g rote Linsen

2 EL Granatapfelmelasse

300 ml Wasser

100 g feinkörniger Bulgur

frischer Koriander

Paprikapaste

Salz, Pfeffer

Die Zwiebelwürfel in einer Pfanne in dem Olivenöl weichdünsten, Kreuzkümmel, Paprikapulver und Zatar dazugeben. Die Linsen, die Granatapfelmelasse und das Wasser hinzufügen.8 – 10 min köcheln lassen, bis die Linsen fast gar sind. Den Bulgur hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und erkalten lassen. Unter die erkaltete Masse die Paprikamasse und den frischen Koriander (fein gehackt) mischen.

Salat:

Kerne eines Granatapfels

Saft und Schale einer Bio Zitrone

3 -4 EL Olivenöl

1 Bund frischer Koriander

sämtliche Zutaten dafür mischen.

Aus der Bulgur-Linsenmasse kleine Bällchen formen und mit dem Salat garnieren.

( aus „Granatapfel, Sumach & Zitrusduft“von Silvena Rowe, erschienen 2011 im AT Verlag)

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Am Katzentisch beim Griechen

Kann ein Grieche einen Vegetarier glücklich machen?

Er kann – und das unabhängig von den Mengen an Ouzo oder Retsina. Meine Erwartung war gleich Null, als ein alter Freund von mir in Berlin als Treffpunkt ein griechisches Lokal vorschlug. Die Vorfreude ihn zu sehen überwog bei weitem die düstere Vorahnung, die sich in der Regel einstellt, wenn es um riesige Grillplatten, gefüllt mit Souvlaki und Gyros geht. Ich könnte ja einfach so ein wenig an einem Tsaziki naschen und im Idealfall ein paar gefüllte Weinblätter vertilgen. Dachte ich. Auch die Tatsache, dass mein alter Freund Vegetarier ist, änderte nichts an meinen Vorbehalten.

Doch wie so manchmal im Leben, kam es auch dieses Mal anders. Es war wohl nicht irgendein Grieche, denn als ich um 21:00 Uhr das Lokal betrat, konnte ich mich schon kaum noch frei zwischen den Tischen bewegen, so überfüllt war es mit Gästen und Wartenden. Am letzten freien Tisch, klein und halb an die Bar gedrängt wartete mein Freund auf mich. Obwohl wir quasi schon fast an der Getränkeausgabe saßen, dauerte es eine gefühlte halbe Stunde, bis der Kellner uns die bestellten Getränke brachte, was überhaupt nicht schlimm war, denn so konnte ich in aller Ruhe mich zwischen den vielen vegetarischen Vor- und Hauptspeisen entscheiden. Normalerweise fallen mir Entscheidungen nicht schwer, doch hier musste ich wirklich überlegen, ob es die Sache wert wäre, sich so richtig den Magen zu verrenken, angesichts der verlockenden Gerichte.

Wir bestellten fünf Vorspeisen und drei Hauptgerichte, hoffend, dass diese nicht in der bekannten Schwerstarbeitergröße daherkamen, sondern in einem Format, welches nicht Diät für die nächsten drei Wochen hieß.

Sie kamen und sie waren überschaubar. Frische, leicht frittierte Spinatbällchen, Halloumi mit frischer Minze und Löwenzahn, fluffig leichte Filoteigtäschchen gefüllt mit einem dahinschmelzenden, aromatischen Schafskäse, Knoblauch-Kartoffelpüree, überbackene dicke Bohnen (gut, die waren jetzt nicht so mein Fall) und frisch gebackenes Landbrot.

Besonders der Halloumi mit der frischen Minze hatte es mir angetan.

Aus welchem Grund auch immer, halten Gastronome „Fünf“ für eine angemessene Zahl, welche sich schön auf einem Teller arrangieren lässt. „Fünf“ ist allerdings auch eine Zahl, die es einem einerseits erlaubt in so einem Fall ungemein generös dazustehen und dem Gegenüber mit einem Lächeln die dritte Scheibe zu überlassen, oder es ist ein Zahl, die den rücksichtslosen Futterneider in einem weckt. In meinem Fall Zweiteres. Das mit dem Lächeln hielt ich mir für das letzte Spinatbällchen auf. Da kam ich mir dann wieder sehr fair vor.

Der Wein war trocken und schmackhaft und ohne die gefürchtete harzige Note.

Ich will die ausgesprochen moderate Rechnung nicht auf den Umstand schieben, dass in Berlin eh alles günstiger ist als in München. Leicht angetrunken und wohligst gesättigt betrug die Rechnung nur knapp siebzig Euro.

Ja‘ mas!

www.taverna-ousies.de

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in auswärts essen & events, Berlin

Berlins vegetarisches Highlight (Februar 2011)

Das zweitschönste nach Kochen-zu-Hause-für-Freunde ist eindeutig das Essen-gehen mit Freunden. Und der Besuch einer anderen Stadt bietet das Potential für großartige kulinarische Entdeckungen, vorausgesetzt, man bekommt entweder eine gute Empfehlung oder betreibt eine ausgiebige Online-Recherche. Im Fall meines Berlin Besuchs zweiteres.

Das „cookies-cream“ (www.cookiescream.com)  ist ein rein vegetarisches Restaurant der gehobenen Kategorie und wurde in diversen Medien bereits so über den grünen Klee gelobt, dass ich nicht umhin konnte, dort einen Tisch zu reservieren.

Schwierig zu finden ist es eigentlich nicht. Eingeklemmt in einen Hinterhof zwischen Komischer Oper und dem Westin Hotel, erhellt von einem üppigen Lüster, findet man eigentlich nur ein Schild an der Tür. Doch dahinter erwartet einem kein Empfang, sondern man fühlt sich erst mal wie in einer leeren Disco – dunkel, schummrig und mit Disco-Kugel – kalter Rauch schlägt einem entgegen (Ja! wir sind in Berlin!!!), man dreht sich erst mal etwas orientierungslos um die eigene Achse. Aha! Es geht aufwärts in den ersten Stock.

Dort steht man dann mehr oder weniger direkt in der Küche.

Es ist heiß, doch nach den eisigen Temperaturen, die draußen herrschen, ist das mehr als willkommen. Das ganze Restaurant hat einen ausgesprochen angenehmen Loft-Charakter. Während wir zu unserem Tisch geführt werden, spähe ich neugierig auf die Teller der anwesenden Gäste und was ich da sehe, sieht sehr vielversprechend aus. Ich könnte mich auch gleich auf den ersten Blick für mindestens fünf Gerichte auf der Karte entscheiden, doch dann zieht ein kleiner alter Bekannter meine Aufmerksam auf sich. Der Knollenziest! Eleganterer Name: Crosnes.

Ein wunderbares, nach Artischocken schmeckendes Knollengemüse. Den meisten ist diese Köstlichkeit überhaupt nicht bekannt. Davor bestelle ich eine Vorspeise aus getrüffeltem Topinambur mit gewürzten Birnen. Meine Begleitung entscheidet sich für den Blaukrautsalat mit Orangen-Haselnussdressing gefolgt von den Rosenkohlcanneloni.

Dazu bestellen wir einen Lugana.

Eine Frauenrunde am Nebentisch ist hellauf begeistert, was da so auf ihren Tellern aus der Küche kommt und ich freue mich immer wieder aufs Neue, wenn ich erlebe, wie sehr Essen die Menschen doch zum Strahlen bringen kann.

Und auch mich bringt es an diesem Abend zum Strahlen. Alles ist wunderbar komponiert, die Portionen angemessen, wenn auch nicht üppig (was im Falle des Knollenziest ja schon wieder sehr bedauerlich finde) und geschmacklich sehr gelungen.

Das Dessert wurde statt etwas Süßem kurzerhand in ein Paprikakonfit umbestellt – ich halte es lieber mit dem Herzhaften!. Auch hier war man freundlich und flexibel.

Nachdem wir auch noch die Schnäpse probiert hatten, wanken wir fröhlich wieder die Treppen hinunter. Ich war sicherlich nicht das letzte Mal hier.

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Fisch in Koriander-Granatapfel Sauce

Als ich dieses Rezept zum ersten Mal zubereitete, hatte ich mich an die Anweisung darin gehalten und Schwertfisch gekauft, was gar nicht so einfach war.

In dem großen Fischgeschäft, wo sie diese minderleckeren Seelachsbrötchen in Mengen verkaufen (ok, ok heute bekommt man da auch Krabbenpfannen – zumindest auf dem Viktualienmarkt) erklärte man mir, dass dieser Fisch unter Artenschutz stehe und daher nicht mehr im Angebot sei. Ich gehe also zum nächsten Fischgeschäft, welches mit derartigen Bedenken offensichtlich nicht hadert.

Zugegeben so lecker dieser Fisch auch ist und auch wenn man damit jeden „Fischverweigerer“ ob seiner fast kalbfleischartigen Zartheit zum Fischessen bekommt, ich habe ihn seither nicht mehr gekauft.

Nicht, weil ich jetzt unbedingt an dieser Stelle ein besonders korrektes politisches Statement abgeben möchte, sondern weil es adäquate Alternativen gibt.

Der an sich geschmackliche nichtssagende Pangasius erfährt durch diese Zubereitung einen wahren Ritterschlag in Sachen Genuss!

Granatapfelsirup, Knoblauch, Koriander und eine nicht unbeachtliche Menge Zimt sind eine so geniale Kombination, dass ich von Zeit zu Zeit richtig Sehnsucht nach diesem Gericht bekomme. Am besten schmeckt dazu Reis mit gehackten Pistazien und etwas Safran.

(für Vier)

4 Fischsteaks mit festem Fleisch ( Thunfisch, Pangasius, Schwertfisch)

für die Marinade:

1-2 Knoblauchzehen

4 EL Granatapfelsirup

1 gestrichener EL gemahlener Zimt

2 – 3 EL frisch gehackter Koriander

2 EL sehr gutes Olivenöl

und eine Prise frisch gemahlener Pfeffer

zum Anrichten:

2 EL Olivenöl, 3 EL Granatapfelsirup, ein paar frisch gezupfte Korianderblättchen und Kerne von einem Granatapfel

Den Knoblauch pressen und mit einer guten Prise Salz zu einer Paste verrühren. Zimt, Sirup, Koriander, Pfeffer und das Olivenöl hinzufügen.

Den Fisch  mit der Marinade einreiben und mindestens 2 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Der Fisch kann sowohl gegrillt, als auch gebraten werden. (In Ermangelung eines Grills, kommt er also bei mir in die Pfanne)

Das Olivenöl mit dem Granatapfelsirup mischen, über den Fisch gießen und mit dem Koriander und den Granatapfelkernen bestreuen.

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in aus Meer und Fluß, Rezepte

Ein Tag für Trüffel und Tenöre

Da lag er, dieser dunkle knubbelige Pilz, thronte auf einer weisen Serviette, jeder konnte ihn betrachten und doch schützte ihn ein Glaskasten vor begehrlichen Griffen. Natürlich lag er nicht alleine da. Artgenossen von unterschiedlicher Couleur leisteten ihm Gesellschaft. Aber er war das Objekt meiner Begierde. Der schwarze Trüffel.

Eine freundliche Verkäuferin auf dem Viktualienmarkt erklärte mir die Unterschiede, ließ mich an einem weitaus günstigeren asiatischen Zuchttrüffel schnuppern und verpackte mir anschließend liebevoll 8 Gramm des „Echten“ in ein weiches Papier und eine kleine Schachtel.

Er kostet ein kleines dekadentes Vermögen und es fühlt sich wunderbar an. Für einen bevorstehenden Sonntag, der außer Bügelwäsche nicht viel mehr zu bieten hat, ist er ein sündiges Versprechen voller Genuss.

 

Den ganzen Vormittag freue ich mich schon darauf. Pavarotti’s „nessun dorma“ schallt durch die Wohnung, während ich es mal wieder als Höchststrafe empfinde, Bettwäsche zu bügeln. Umso größer die Freude, als die Zwiebel anschließend entblättert wird. Fein gehackt kommt sie mit etwas Olivenöl in den Topf. Dazu den Reis und alles mit dem restlichen Weißwein von gestern Abend ablöschen. Der gemütliche Teil des Ristotto-Kochens beginnt, welcher Rühren und Gießen heißt. Beides so lange bis die Flüssigkeit vom Reis aufgenommen ist und die Konsistenz cremig geworden ist. Ein Stückchen Butter kann in diesem Fall sowieso nicht schaden.

Vor bestimmt einem Jahr habe ich mir einen Trüffelhobel gekauft, der heute seinen ersten Einsatz findet. Butterweich gleitet der schwarze Pilz über die Klinge in so feinen Scheiben, dass das Licht durchschimmert. Ich hebe den gehobelten Trüffel unter das Rissotto, salze ein wenig nach und gebe noch einen Hauch Pfeffer dazu.

Pavarotti erhebt auch wieder seine Stimme, während das erdige Aroma und die cremige Textur sich wie Balsam auf meine Seele legen. Alles wird gut an diesem Sonntag!

Trüffelrissotto

150 g Carnaroli Reis
1 Glas trockener Weißwein
ca. 400 ml Rinderbrühe
1 EL Butter

1 Zwiebel, fein gehackt

Salz, Pfeffer

ca. 8 gr frischer Trüffel (es dürfen beliebig mehr sein)

Die Zwiebel fein hacken und in Olivenöl glasig dünsten. Den Reis hinzufügen, eine Minute mitbraten und mit Weißwein ablöschen. Weiter rühren und mit Brühe auffüllen, bis der Reis weich gekocht ist, aber noch Biss hat. Butter unterheben und kurz ruhen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und den gehobelten Trüffel unterheben.

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