Die kulinêre kaapse dagboek (Teil 4) – Food, food, food, Ngunis und das Kap

Der Springbock war phänomenal! Unglaublich zart und von einem feinen Kräuteraroma und vor allem schnell gegessen. Fleisch ist definitiv das Beste, was man hier essen kann. Gut, ich habe den Fisch vergessen. Kingklip ist lecker, Calamaris sowieso, ganz frisch und zart. Und die Melonen hier. Intensiv aromatisch. Ach ja, und die Trauben. Und die unglaubliche Vielfalt an Tapenaden hier im Tal, geräuchert, grün oder mit Granatapfel als Chutney – womit ich dann wohl meinen vorherigen Satz widerrufen kann. Es ist so vieles hier einfach unglaublich „lekker“.

Eigentlich wollten wir bereits am Freitag nach Kapstadt fahren, doch dann klappte es nicht mit der Übernachtungsmöglichkeit und wir mussten umdisponieren. Warum also nicht stattdessen in der Nähe eine Farm besuchen, deren Besitzer sich auf die Züchtung einer ganz speziellen afrikanischen Rinderart konzentriert haben. Die Ngunis. Besonders wegen ihres wunderschön gemusterten Fells sind sie sehr begehrt. Zum Fleisch kommen wir noch.

Ich würde es gerne mal bei uns zuhause erleben, dass zwei wildfremde Menschen die einfach so  einen Hof besuchen, deren Besitzer gewiss sinnvolleres zu tun haben, als erst mal über eine Stunde lang den überfallartigen Besuch auf den Weiden rum zufahren, uns alles über die Viecher erklären, was man wissen sollte, um dann noch schnell mal ganz viel Nguni-Wurst in die Pfanne zu hauen und einen köstlichen Chenin Blanc dazu auftischen. Wir waren überwältigt von so viel Freundlichkeit und Gastfreundschaft. Auf die Frage, ob man das großartige Fleisch hier auch kaufen könne, wurden wir allerdings enttäuscht. Man kann nur eine ganze Kuh kaufen. Aha! Die wird dann für mich aufgezogen, darf sich auf den Weiden vergnügen und wenn die Zeit reif ist, werden die knapp dreihundert Kilo Tier in Steaks, Würste und alles, was der Schlachter mir bieten kann verarbeitet. Die Menge würde geringfügig die Kapazität meines Gefrierfachs sprengen.

Am Samstag ging es dann ganz in der Früh Richtung Kapstadt, direkt zur Old Biskuit Mill auf den Neighbourgoods Food Market. Nachdem mittlerweile jeder Reiseführer, der etwas auf sich hält, diesen Markt, der nur am Samstag veranstaltet wird, als Geheimtipp präsentiert, sei gesagt – wer nicht ganz früh kommt, der wird von den Massen überrannt. Die Jungs in den fluoreszierenden Westen regeln mittlerweile den Verkehr rund um den Markt und bereits kurz nach neun Uhr morgens steigt das Barometer unter den Zeltdächern zu dieser Jahreszeit bedenklich in die Höhe.

Doch wer in Kapstadt etwas auf sich hält, trifft sich hier. Kauft frisches Ciabatta mit Oliven, Croissants, Pasten, das berühmte Fleisch der Karoo-Lämmer, isst Flammkuchen, herzhafte Törtchen und Tuna-Wasabi-Burger. Natürlich „organic“! Kapstadt erlebt eine große Welle der gesunden Lebensführung und wer es sich leisten kann, was nur einem Teil vorbehalten ist, der kauft in Bioläden, die es mehr und mehr in der Stadt gibt.

Bevor es in den Massen unerträglich wird, fliehen wir in Richtung Cape Point. Ganz ans Ende der Spitze, wo, so wird es zumindest gerne erzählt, die Meere Atlantik und Indischer Ozean sich treffen. Man erwartet vielleicht, dass ein türkises Meer auf ein tiefblaues trifft, doch das ist Quatsch. Es liegt nur Wasser, Wasser und noch mal Wasser vor einem. Und so mancher glaubt auch bei gutem Wetter die Antarktis sehen zu können. Worüber wir natürlich lachen mussten, denn erstens ist die verdammt weit weg und zweitens ist das, was man verschwommen als Berge am Horizont wahrnehmen kann, nichts anderes als ein Ausläufer dieser riesigen Bucht.

Den Sonnenuntergang genießen wir in Nordhoek, auf einer Terasse, ein kaltes Savanna zischend und mit Fishcakes aus Snoek. Und wieder mal ist das Leben einfach nur schön!

Aber im Swartland warten noch einige Weingüter, deren Weine in den höchsten Tönen gelobt wurden. Morgen. Oder Übermorgen. Hier braucht man keine Uhr.

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Die kulinêre kaapse dagboek (Teil 3) – ans Meer und wieder zurück

Das Thermometer stieg über die 40° Marke im Schatten, die angekündigte Hitzewelle hatte uns voll am Wickel. Jede Bewegung war zuviel und die Deckenventilatoren konnten nicht mehr machen als die ohnehin schon heiße Luft noch ein bisschen zu verwirbeln. Wir machten uns also auf in Richtung Küste. Auf dem Weg dorthin legten wir einen Stop in Darling bei Evita se Perron (übersetzt = „Evita’s Bahnsteig“) ein. Sie ist zweifellos eine der berühmtesten „Frauen“ Südafrikas, die sich während der Zeit der Apartheid in die Kunstfigur Evita verwandelte, die Zensur umging und die damalige Regierung kritisierte und heute in ihrem schrägen Theater immer noch regelmäßig auftritt. Sie haben wir nicht gesehen – dafür aber als Snack eine fettige, sehr würzige Burenwurst in ihrem Café gegessen.

Unser Ausflug führte uns weiter nach Jacobsbaai, einem charmanten Fischerdorf, wo noch alles ein wenig träge wirkt. Keine „What-so-ever-Golf Estates“  – auch hier gibt es genug Menschen, die gerne am Golfplatz leben und dies möglichst gehoben und mit uniformierter Eingangskontrolle auf dem Gelände. Jacobsbaai ist klein sauber und wir hatten den Eindruck, die Besitzer der wenigen Unterkünfte lauern hinter ihren Eingangstüren, denn sobald wir das Auto am Straßenrand abgestellt hatten, waren sie auch da, um uns freundlich zu erklären, dass alles voll ist. Wer hätt’s gedacht! Dienstag und alles ist belegt. Doch wir entdeckten ein kleines, zauberhaftes B&B (Artist’s Retreat), dessen Besitzerin Priscilla uns mit überwältigender Freundlichkeit empfing.

Von ihr erfuhren wir dann auch, dass wir, was die Wahl eines Restaurants angeht, uns zwischen Weskusplek und Weskusplek entscheiden können, denn etwas anderes gibt es nicht. Wieder das Problem mit dem Dienstag.

Lobster gibt es hier um diese Jahreszeit auch nicht. Und was es nicht direkt vor der Tür gibt, kommt auch nicht auf die Karte. Konsequent! Und so hatte ich hervorragenden Snoek, ein Seehecht, der natürlich wie es sich gehört für einen Hecht, hinterhältige Gräten hatte und dazu leicht frittierte butterzarte Calamari. Dazu servierten sie skrupellos einfach Dosengemüse (Erbsen und Möhren) – es wächst eben nicht vor der Tür!!

Am nächsten Abend wurde ich dann bekocht. Von dem wohl begnadetsten, leidenschaftlichsten Foodie des Western Cape. Sein Haus in Riebeek Kasteel ist umwuchert von herrlichen Pflanzen und seine Küche mit einem riesigen langen, alten Holztisch wirklich spektakulär. Von seiner Kochbuchsammlung mal ganz abgesehen, welche die meine dagegen (es sind mittlerweile an die hundert) blass aussehen lässt. Filiccus kochte für uns Gazpacho, Steak and Kidney Pie, zartes Fleisch und Nieren im Blätterteig, klingt nicht gerade so, als müsste man sich danach verzehren, doch das war so lecker, geschmacklich einfach ein solches Hurrah-Erlebnis, dass ich von den geeisten Früchten mit Grappa-Birnen Sorbet kaum noch was runterbrachte.

Am nächsten Abend durfte ich mich dann revanchieren mit Springbock. Steves Küche war den ganzen Tag mein Revier und da war es auch irgendwie egal, ob es nun angesichts der Außentemperaturen, die sich schon wieder um die 35° bewegten, nicht an Masochismus grenzt, am heißen Herd zu stehen.

Springbock ist großartig, zart und unglaublich würzig, da die Böckchen sich viel von Kräutern ernähren, was ich angesichts der Dürre hier erstaunlich finde. Ich habe das Rückenfleisch vom  Knochen filetiert, es mit ein paar Kräutern eingerieben und einfach im Kühlschrank einige Stunden mariniert, kurz angebraten und im Ofen ruhen lassen. Dazu hatten wir krosse, rosa und lila Kartoffeln in Scheiben und grüne Bohnen. Davor eine Melonen-Koriander Gazpacho (tja, manchmal kann man eben nicht mehr umdisponieren, aber Gazpacho kann man in der Hitze und in anderer Version zwei Tage hintereinander essen) und zum Nachtisch gab es eine Maracuja-Mango Mousse. Die Maracujas dafür hatten wir aus Nachbars Garten geklaut!

2 Flaschen Wein und eine halbe Flasche Portwein (der leckere von „Allesverloren“) später, saßen wir glücklich und satt um ein Uhr nachts im Garten und starrten auf den Sternenhimmel.

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Die kulinêre kaapse dagboek (Teil 2) Reben und noch mehr Reben

Die Schönheit der Landschaft ist überwältigend. Wir trotzen der Hitze und besuchen Ceres, wo wir nicht nur an einem Seil den Berg hinunter „sliden“ – es ist großartig sich mal wieder wie zwölf im Ferienlager zu fühlen – sondern auch zufällig einen Hersteller von Trockenfrüchten entdecken. Die Gegend um Ceres ist ein Obstanbaugebiet und so überrascht es nicht, dass wir vom Berg aus riesige Felder von Aprikosen sehen, die zum Trocknen ausgelegt sind. Für die nächsten Tage sind wir ausgestattet mit Fruchtrollen aller Art, die so herrlich an den Zähnen und Fingern kleben.

Millionen Aprikosen beim SonnenbadUnser Weg zurück führt über Bain’s Kloof, eine Passstrasse, die sich durch wildes Gestein windet, Rennradfahrern einen halsbrecherischen Kick bietet und mit beeindruckende Naturszenerien uns in Atem hält.

Am nächsten Tag geht es nach Franschhoek, wohl einem der elitärsten Fleckchen hier unten am Kap. Eingebettet in einem Tal, ringsherum Weinberge, geben sich hier alle große Mühe, den kolonialen Schick zu zelebrieren. Hier heiratet man und blickt mit einem Glas kühlen Chardonnay in der Hand stolz in den Sonnenuntergang. Das mit dem Glas und dem Sonnenuntergang machen wir auch. Und es zieht es kühler Wind auf. Zum ersten Mal kommt das Strickjäckchen zum Einsatz. Das mit den Wolken und der Kühle ist jedoch gleich am nächsten Tag wieder vorbei. Träge verbringen wir den Vormittag am Pool. Doch dann folgen wir dem Ruf der unzähligen Weingüter hier.

Als erstes besuchen wir Glenwood, eines der kleineren Güter. Mittlerweile ist „Platter’s“, das südafrikanische Pendant zum in unseren Breitengraden bekannten „Johnson“ zu meiner Bibel geworden. Nicht dass ich sonderlich viel auf die Anzahl der Sternchen gäbe, mit denen die Weine klassifiziert werden – letztendlich ist meine Zunge nicht immer der gleichen Meinung – aber dieser Führer bietet eine Fülle an Informationen. Und schließlich kann ich nicht alle Weingüter besuchen, auch wenn ich es zu gern täte. Hier in Glennwood lernen wir auch, dass es nicht viel braucht um Chardonnay selbst zu machen. Dankbar und pflegeleicht sei er. Ich frage mich in diesem Moment, wo ich wohl ein solches Fass in meinem Keller unterbringen könnte, wo doch probieren und kaufen so schön ist. Die Besitzer des Guts begleiten uns bei unserer Führung und die Dame des Hauses fragt mich interessiert nach Zwiebelkuchen aus. In zwei Wochen beginnt die Ernte und man wolle erstmalig den „Federweißen“ lancieren. Mit Zwiebelkuchen, ganz wie es bei uns doch so gemacht würde. Kümmel nicht vergessen!, ist mein Tipp, denn ich kann mich noch gut daran erinnern, wie so ein Haufen Zwiebel brutal in den Innereien wüten kann. Leider bin ich da schon wieder zurück in Deutschland, sonst wäre es bestimmt ein Riesenspaß gewesen mitzubacken.

Eines ist euch sicherlich schon aufgefallen – richtig! ich habe das Essen noch nicht erwähnt. Aus dem einzigen Grund, weil es nicht erwähnenswert ist. Einzig ein Filet vom Rind hat mich aufgrund seiner Qualität so richtig vom Hocker gerissen. Ansonsten scheint man sich hier eher mit dem Schein, als mit dem Sein zufrieden zu geben. Damit will ich nicht ungerecht sein, es gibt hier bestimmt noch ganz tolle Küchenchefs, nur war es uns leider nicht vergönnt diese in den zwei Tagen in Franschhoek zu entdecken.

Und so geht die Reise weiter nach Stellenbosch. Mehr Shiraz, Merlot und Chardonnay wollen gekostet werden. Bei draußen so um die 37° macht es einen Heidenspaß sich in die gekühlten Probierstuben zu flüchten und auf Entdeckungsreise zu gehen. Oder in den schattigen Gärten über die Schönheit und das Leben zu sinnieren, die mit jedem gekosteten Schluck ein bisschen schöner werden. Schließlich müssen wir uns wappnen für die Hitzewelle, die ab morgen kommen soll, bzw. jetzt, da ich das schreibe, bereits da ist. Aufenthalt nur neben dem Ventilator mit einem kühlen Glas Roiboos Tee möglich.

Doch heute müssen wir noch Kudu kaufen. Donnerstag wird für Gäste gekocht.

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Die kulinêre kaapse dagboek (Afrikaans für “kulinarisches Tagebuch vom Kap”)

Gestern bin ich angekommen. Sonne, dreißig Grad und natürlich hielt die Frisur nicht nach so einem langen Flug, wo ich aus lauter Verzweiflung lapprige Sandwiches gegessen hatte und mein Magen mir dies auch sofort mit Sodbrennen dankte. Wer der Meinung ist, das Essen im Flugzeug sei schlecht, dem sei gesagt, es ist noch viel schlechter.

Doch jetzt bin ich hier! Im Swartland, dem schwarzen Land, unweit von Kapstadt. Weinberge rund um mich herum, ich sippe am ersten Chenin Blanc auf Eis, mir fallen fast die Augen zu. Mein Freund Steve und ich haben Prawns und kleine Fishcakes gekauft, dazu Water Cress und Spinat für den Salat. Heute Abend wird kein Fass mehr aufgemacht.

Wir sitzen in seinem wunderschönen Garten, starren auf die Berge. Gestern noch hat es dort gebrannt. Die Schwaden sind noch zu sehen. Ich versuche, das alles aufzunehmen, was sich angesichts meines Schlafmangels als nahezu unmöglich erweist. Doch das gemeinsame Kochen belebt. Ich mache eine Marinade aus wenig Oliven Öl, Zitronensaft, Honig, scharfer Peri-Peri Sauce und frischem Knoblauch. Braten die Prawns und die Fish Cakes in der Pfanne in etwas Öl und begießen sie dann mit der Marinade. Drüber kommt etwas frischer Pfeffer und gehackter Koriander. Dazu trinken wir einen frischen Rosé aus der Gegend. Das Leben ist schön.

Das Kreuz des Südens steigt am Himmel auf und wir sehen vermutlich die ISS über den Himmel flitzen.

Ich schlafe fast zehn Stunden, lasse den Tag heute langsam angehen. Die Hitze lässt ohnehin nichts anderes zu. Wir kaufen Trauben, wundervolle knackige, kernlose Trauben mit einer zarten Note von Gewürzen.

Und wir besuchen das erste Weingut „Allesverloren“. Nichts schöner, als in einem klimatisierten Raum ein wenig Portwein zu probieren, dessen Aromen an Tabak und Süßholz erinnern.

Ich lerne, dass nun dem Port das Gleiche passiert ist wie neuerdings den Proseccos dieser Welt. Er darf sich ab 2014 nicht mehr so nennen. Unsere (fast) alles regulierende EU hat dafür gesorgt. Port kommt aus Portugal und damit basta! Und so müssen sie alle ihre Etiketten aufbrauchen, neue gestalten und so werden sie kreativ. Die ersten haben schon den Cape Ruby aber den Vogel abgeschossen hat die „Goats do Roam Wine Company“, welche die vermeintliche Heimat der Hochgewächse, Galliens ganzer Stolz damit ärgerten, dass sie „Bored Doe“ erfanden. Wem das Etikett in alter französischer Tradition vertraut vorkommt, der erkennt das gelangweilt blickende Schaf.

Dieser Wein ist angeblich ein Verkaufsschlager!

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Salat von grünen Bohnen mit Orangen-Petersiliencreme

Es gibt Tage, da schleiche ich völlig uninspiriert durch die Küche. An diesen Tage bin ich grundsätzlich der Meinung, nichts aber auch gar nichts Verwertbares in meinem Kühlschrank zu haben. Klingt vertraut? Richtig, es geht mir mit meinen Kleidern oftmals ganz genauso. Der Schrank ist voll, aber was zum anziehen hängt deswegen noch lange nicht drin. Und so verhält es sich auch mit den Einkäufen vom Vortag. Zu allem Überfluss lässt sich daran auch nicht mehr das geringste ändern, da wir einen Feiertag haben. Zumindest in Bayern ist alles zu. Rien ne va plus!

In so einem Fall Kochbücher aufzuschlagen bedarf einer gehörigen Portion Masochismus, denn darin gefällt mir unter Umständen genau das, was nicht einmal ansatzweise zur Verfügung steht. Lust auf Steckrübenpuffer? Pech gehabt. Ich habe grüne Bohnen, was geschmacklich überhaupt nicht in diese Richtung geht. Meist sendet der Gaumen irgendwelche Signale, nach welcher Geschmacksrichtung ihm so sei, doch auch da herrscht völlige Funkstille. Bleibt, sich mit dem Gegebenen auseinander zusetzen. Als da wären besagte grüne Bohnen, Petersilie und zwei Bio Orangen. Zwiebel gibt es eigentlich immer. Und dann musste ich an Gremolata denken. Gremolata ist eine Mischung aus Zesten von Zitronen mit Petersilie. Und was mit Zitrone geht, geht auch mit Orangen. Doch ich wollte es etwas cremiger, da grüne Bohnen an sich, ja nicht wirklich ein Geschmacksinferno bieten.

Ich experimentierte und heraus kam ein köstlicher Salat, den ich genau so sicherlich öfters machen werde.

 Für Zwei
 300 gr grüne Bohnen
2 Bio Orangen
2 EL Frischkäse
1/2 Bund Petersilie
1 rote Zwiebel, fein gehackt
2 EL Olivenöl
Salz

Die Bohnen in kochendem Salzwasser bissfest blanchieren und in Eiswasser abschrecken. Die Orangen heiß abspülen und mit einem Zestenreisser die Schale abschälen. Den Saft einer Orange auspressen. Die Zesten klein hacken und mit fein gehackter Petersilie mischen. Ein Teelöffel Olivenöl und den Frischkäse zusammen mit dem Orangensaft drunter mischen. Dabei muss man ein wenig aufpassen, dass die Sauce nicht zu flüssig wird. Je nach Orange kann die Menge zuviel sein und es sollte die cremige Konsistenz erhalten bleiben. Das restliche Olivenöl in eine Pfanne geben und die Zwiebel darin knusprig anbraten. Die Bohnen mit der Sauce mischen und mit den gerösteten Zwiebeln dekorieren.

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6 Dinge und Erlebnisse in 2011, die ich wunderbar fand

1. Kulinarischer Salon

Sie schreibt, sie kocht, coacht und ist eine wunderbare Gastgeberin. Durch Zufall entdeckte ich sie in einem Magazin und wurde neugierig. Jasmin Leheta. Sie hat München für mich noch interessanter gemacht. Alle zwei Wochen veranstaltet sie in ihrem Räumlichkeiten einen kulinarischen Salon für maximal 8 Frauen. Es wird zusammen gekocht, getrunken und gelacht bis das Essen auf dem Tisch steht. Frauen unterschiedlichster Couleur und aus den unterschiedlichsten Bereichen. Jedes Mal war es aufs neue wieder spannend, anregend und vor allem lecker. Ich habe allerfeinste Zucchiniblüten gegessen, orientalischen Brotsalat zubereitet und entdeckte Kürbis-Koriander Pesto. Allein die Auswahl der Menüfolge ist großartig und ich bewundere Jasmin dafür, mit wie viel Liebe sie diese jedes mal aufs neue zusammenstellt. Der Salon ist keineswegs den ambitionierten Köchinnen vorbehalten, sondern ist eine schöne Mischung aus Koch-Novizinnen und echten Profis. Letztere dürfen dann auch gerne mal alleine entscheiden, wie viel Kreuzkümmel in die Sauce kommt, allen anderen steht Jasmin gerne mit ihrer Erfahrung zur Seite. Ich wünsche mir, dass ihr diese Salons auch noch im neuen Jahr viel Spaß machen.

2. Blutwurzel Sirup

Sirup war stets etwas, was ich gerne ignorierte, sofern es nicht um die Zubereitung von Kindergetränken ging. Auf einem meiner Streifzüge über den Viktualienmarkt entdeckte ich dann einen Sirupstand. Sirup in den teils ungewöhnlichsten Farben und Ausprägungen. Fasziniert hat mich das Heuwiesen-Sirup. Als ob eine komplette saftige blühende Wiese in meinem Munde gelandet wäre. Es gibt Sirup aus Lindenblüten, Ingwer, diversen Früchten. Mein absoluter Favorit ist jedoch Blutwurzel Sirup. Fein säuerlich und fruchtig. Kein bisschen süß. Schmeckt heiß und kalt und ist zusammen mit heißem Wasser und Bourbon mein allerliebster Winter Drink. Bloody Toddy.

3. neue Schneidbretter

ich hatte sie aus Holz und aus Plastik. So richtig glücklich war ich mit keinem. Die aus Plastik waren immer nur verfärbt oder wurden in der Spülmaschine hässlich, die aus Holz waren einfach nur zu schwer. Auch wenn sie zugegebenermaßen wirklich hübsch anzusehen sind. Bei Kustermann, meinem allerliebsten Küchenutensilienladen in München, habe ich sie dann entdeckt. Schwarz, eher dünn, unglaublich robust und sehr schick. Meine neuen Schneidbretter! Aus einem Holzlaminat, das sogar bis 180° hitzbeständig ist. Etwas später kaufte ich mir ein neues Messer und der Verkäufer wies mich eindringlich darauf hin, dass ich dieses nur auf einer geeigneten Unterlage benutzen solle. Vermutlich hätte es mir wieder aus der Hand gerissen und mich nach hause geschickt, wenn ich ihm nicht von meinem schönen schwarzen Brettern erzählt hätte.

4. meine neue Kamera

lange habe ich mit mir gerungen, bin in mich gegangen und habe recherchiert nach einer neuen Kamera. Es ist wie mit allem, was man beginnt und was zu einer Leidenschaft wird – es wird eine Materialschlacht! Ich brauchte neue Objektive, Reflektoren und zuletzt noch eine Tageslichtlampe, die nun beim Kochen immer in der Küche im Weg rumsteht. Doch es musste einfach sein. Und mittlerweile entwickeln einige meiner Gäste echte Foodstylistqualitäten, dekorieren und geben Tipps. Und sind teilweise echte Photoshop Experten, wenns darum geht, noch den letzten Schliff zu geben. Ich habe auf meiner Suche nach der passenden Kamera sehr hilfsbereite Menschen im Netz kennengelernt, habe ein „black foamy thing“ geschenkt bekommen und komplette Anleitungen auf Flickr. Dafür bin ich super dankbar.

5. Wurzeln über Wurzeln

Teilweise habe ich schon darüber geschrieben. Über die Knubbel-Wurzel, Crosnes, die soviele Namen hat. Auf dem Viktualienmarkt habe ich mittlerweile einen Stand entdeckt, der darüber hinaus noch ganz andere ungewöhnliche Wurzeln anbietet. Sauerkleewurzel, Kerbelwurzeln – großartig als Beilage zu Steak – und Kapuzinerkressewurzeln, die immer mehr Gesichter bekam, je leerer die Weinflasche wurde. Sie erinnerte mal an Hui Bu das Gespenst und mal an eine Figur aus Ghostbusters. Köstlich sind sie alle. Ein Grund, den Winter kulinarisch zu feiern.

6. Mitbringsel aus Südafrika

Vor einem Jahr zog ein lieber Freund mir zurück in sein Heimatland am Kap. In die Heimat von so vielen Gewürzmischungen, die ich teilweise vorher schon im KaDeWe in Berlin entdeckt hatte. Und somit eröffnete sich eine neue Gourmet-Connection. Im Sommer kam er zu Besuch und brachte köstlich eingelegte Zitronen und Granatapfelsirup mit. Ein Vorgeschmack auf das, was mich in den nächsten Wochen erwarten wird, denn soviel ist klar – sobald ich dort bin, werde ich Kapstadts Foodmärkte unsicher machen! Die Vorfreude ist riesig.

und überhaupt und sowieso, was ganz wichtig für mich war in 2011- das herzliche Feedback zu meinem Blog!!!!

Danke Euch!

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