Jakobsmuscheln mit spanischer Blutwurst und Apfel-Rosmarin Butter

Goldener Oktober. Ich komme zurück von der Frankfurter Buchmesse, bin geflutet mit Glückshormonen ob meiner Buchpräsentation dabei völlig durch den Wind, weil die Nächte sehr kurz waren und München empfängt mich mit einem strahlend blauen Himmel und angenehmen Temperaturen. Noch immer stehen die Kisten mit den unausgepackten Küchensachen im Weg rum. Eingekauft hatte ich nichts. Die neue Küche gibt sich davon unbeeindruckt. „Mir doch egal, ob du nun kochst, oder ob ich nur hübsch aussehen soll“, denkt sie vermutlich, wenn sie denn denken könnte.
Anstatt mich den Kisten zu widmen, fahre ich auf den Viktualienmarkt. Touristenscharen drängen sich vor den Ständen, überall nur Zuschauer. Ich will spanische Blutwurst und Jakobsmuscheln. Am Fischstand herrscht Ausnahmezustand. Bei diesem Wetter will jeder seine Austern in der Sonne schlürfen. Also jeder außer mir zumindest.
Bei den spanischen Delikatessen sieht es glücklicherweise besser aus. Hier kaufe ich immer meine würzige Morcilla, die es in Spanien traditionell immer im Herbst zur Schlachtzeit gibt. Hier gibt es sie das ganze Jahr über.

Und wenn ich schon mal hier bin, dann kann ich auch gleich noch in den Küchenladen und einen Topf kaufen, denn seit ich auf Induktion umgestellt habe, kann ich die Hälfte meiner Töpfe aussortieren. Das ist bitter. Ich und meine Töpfe, wir pflegen eine wirklich innige und schon lange währende Zuneigung für einander. Und mit diesen Unterlege-Platten will ich gar nicht erst anfangen. Also ein neuer Suppentopf muss her!
Den brauche ich zwar nicht unbedingt für meine spanische Blutwurst, aber für die Seele.
Und ich kaufe Äpfel, kleine aromatisch-saure Äpfel. Die auf dem Markt zu kaufen ist wirklich wunderbar, denn die Auswahl ist riesig. Und wenn nicht jetzt, wann dann sollte man Äpfel kaufen?
Noch sind die Küchenschränke nicht optimal eingeräumt und ich tue mich immer ein wenig schwer mit Veränderungen, aber dann ist es einfach wunderbar, wieder eine funktionierende Küche zu haben, die Blutwurst scharf anzubraten und die Äpfel mit Butter, Weißwein und Rosmarin zu dünsten. Es duftet. Ich bin wieder daheim!

Für Zwei
2 frische Morcilla Würste (spanische Blutwurst, welche kräftiger gewürzt ist als die Deutsche)
6 – 10 Jakobsmuscheln, je nach Größe
1 EL Butter

3 faustgroße aromatische Äpfel
1 Granny Smith Apfel
50 ml Riesling
2 Zweige Rosmarin
Meersalz
2 EL Butter

Broccolini (chinesischer Broccoli), etwa 4 Stängel (alternativ jungen Mangold oder Spinat), gedünstet
etwas Shiso Kresse für die Dekoration

Die Äpfel schälen und in Spalten schneiden. In einem Topf die Butter schmelzen lassen, die Apfelschnitze dazugeben, umrühren und etwa 1 Minute braten. Den Riesling und die Rosmarin Zweige dazugeben und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten weich dünsten. Eine gute Prise Meersalz dazugeben, den Rosmarin entfernen und mit dem Pürierstab glatt pürieren. Eventuell ist es notwendig vorher ein wenig der Flüssigkeit abzugießen, damit die Sauce nicht zu wässrig wird.

Die Morcilla Würste leicht diagonal in dicke Scheiben schneiden. In einer Pfanne ohne zusätzliches Fett von jeder Seite anbraten. Warmstellen.

Die Pfanne ausreiben und die Butter aufschäumen lassen. Erst wenn die Butter eine leichte Bräunung annimmt die Jakobsmuscheln in die Pfanne geben und von jeder Seite nur etwa 30 Sekunden anbraten. Mit Meersalz bestreuen.

Die Blutwurst auf Tellern anrichten, mit den Jakobsmuscheln belegen, den gedünsteten Broccolini und die Apfel-Butter Sauce dazu reichen. Mit Shisokresse-Blättchen bestreuen.

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