Genuss am Berg, auf den Spuren von James Bond
und Skifahren mit einem Weltmeister

Wein am Berg Header

Schnee? Skifahren? Jetzt noch, wo sich doch alle nach den sonnigen Stunden im Biergarten oder auf der Terrasse sehnen? Die Antwort darauf ist ein uneingeschränktes Ja. Selten habe ich an einem Wochenende so viel erlebt. Bin unter einem strahlend blauen Himmel auf fast leeren Pisten gewedelt (ok, gewedelt ist old-school, nennen wir es gecarvt), habe grandiosen Wein getrunken, mich herrlichen Genüssen von Sterneköchen hingegeben, durfte malaysische Lebensfreude miterleben und ein Feuerwerk am Berg, das mich fast zum Weinen gebracht hat. Dieses Glück hat auch einen Namen und heißt „Wein am Berg“ und wurde zum 14. Mal in Sölden im Das Central im österreichischen Ötztal gefeiert. Drei Tage purer Genuss in einem luxuriösen Hotel, kostbare Weine und ein Programm an dem sich meine untrainierten Muskeln auch jetzt noch erfreuen (Muskelkater).

Einstimmen….
Angekommen. Von München ist es nicht sonderlich zeitintensiv, in die alpine Bergwelt Tirols einzutauchen. In guten zwei Stunden habe ich es geschafft und stehe vor dem einzigen 5***** Hotel Söldens. Das Central. Rechts und links prächtiges Bergpanorama und überall freundliche Gesichter. Mein großzügiges Zimmer hat einen Balkon, jegliche Annehmlichkeiten (also auch eine Espresso Maschine) und ein Badezimmer in dem ich tanzen könnte. Die Matratze ist entscheidend, sie ist das Zünglein an der Waage und entscheidet darüber, ob ich morgens mit schlechter Laune oder mit einem wohlwollenden „hallo Sunshine“ den Tag starte. Sie ist perfekt. Neugierig und hungrig setze ich mich zuerst auf die Sonnenterrasse und blinzle auf die weißen Gipfel. Ich bestelle ein Clubsandwich und suche noch ein wenig den Holiday-Modus in mir. Eines bemerke ich aber sofort. In diesem Hotel werden die Mitarbeiter mit dem gleichen Wohlwollen behandelt wie seine Gäste. Das gefällt mir. Ich schätze Menschen, die mir Gutes tun wollen und finde, sie haben allen Respekt der Welt dafür verdient. Hier erlebe ich in den nächsten zwei Tagen ein perfektes Uhrwerk an Organisation und Herzlichkeit. Und natürlich sprechen sie alle von dem neuen James Bond Film, der auch hier gedreht wurde. Vieles ist geheim, man schweigt über die Details, und jeder stellt sich wohl insgeheim die Frage „liege ich vielleicht  in dem Bett, in dem Daniel Craig lag?“

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Auf dem Berg zum weltmeisterlichen Skifahren
Damit meine ich nicht meine eigenen Künste auf der Piste. Damit meine ich meinen Ski Guide, der sich um mich kümmert, dass ich in diesem großen Skigebiet nicht verloren gehe. Auf die Frage, wie ich mein Können auf den Brettern denn so einschätzen würde, antworte ich zögerlich mit „fortgeschritten“. Also werde ich von Frank Wörndl betreut. 1987 war er Weltmeister im Slalom. Ich bin sechs Jahre lang nicht Ski gefahren, ich bin nervös. Er ist ein richtig netter Kerl, der mich zuerst mal vorfahren lässt, damit er sieht, wo seine ihm anvertrauten Schäfchen denn so leistungsmäßig stehen. Ich gebe mir einen Ruck, mache die Knie locker und fahre los. Und es läuft. Die Konditionen sind perfekt. Von meiner eigenen Kondition will ich jetzt mal nicht reden. Ich schiebe es auf die 3000 Höhenmeter, dass ich nach den ersten zehn Schwüngen schon am japsen bin. Frank fährt mir hinterher. „Fahr los! Du liebst das – das sehe ich genau. Wer die Arme so ausbreitet und jeden Schwung genießt, der kann hier auf der Piste tanzen“. Ich tanze also. Tanze, bis mir die Zunge am Boden hängt. Wir treffen uns an der Schneebar. Ich quietsche vor Freude.

Wein im Schnee, beim Dinner, im Weinkeller 
Weinprobe, schließlich bin hier nicht nur zum lässigen Carven auf der Piste. Es muss getrunken werden. Dafür sind 22 Spitzen Winzer aus Österreich und Portugal angereist (natürlich fahren auch die meisten von ihnen Ski) und haben etliche ihrer kostbarsten Tropfen sogar in großen „Big Bottles“ mitgebracht. Die ersten Weine gibt es bereits am Anreiseabend zu kosten. Zu einem 5 gängigen Menü werden zwei verschiedene Weine je Gang probiert. An der Schneebar ist gerade Portugal am Start. Ich muss für einen Moment inne halten. Das ist ein wenig, wie aus einer anderen Welt. Das überwältigende Alpenpanorama, die klare kühle Luft, die gleißende Sonne und der griffige Schnee. Selbst Lounge Möbel hat man eigens für diese Verkostung auf den Berg geschafft. Wein in dieser Höhe schmeckt anders. Das lerne noch in den nächsten zwei Tagen, denn wir werden auch die gleichen Weine auf unterschiedlichen Levels probieren. Über 3000 Meter, bei 2000 und dann bei Tausend. Das ist eine spannende Erfahrung, denn hier wird deutlich, wie sehr der Luftdruck die Wahrnehmung beeinflussen kann. Schmeckt göttlich auf dem höchsten Punkt, heißt also noch lange nicht, dass meine Papillen dies auch auf niederem Niveau goutieren. Und genau so ist es. Ein grandioser Burgenländer Wein hat mein Herz erobert, doch bei mittlerer Höhe verliert dieser plötzlich seine Kraft.

Diesem Effekt haben sich auch drei befreundete Spitzen Winzer aus Deutschland, Österreich und Italien ausgesetzt und eine Cuvée aus ihren allerbesten Spätburgundern komponiert, die hier in Kellern auf 3000 Metern reifen soll. Verrückt? Klar, ein bisschen irre ist das schon, aber wer einmal die Gelegenheit hat, diesem Pino 3000 zu probieren, dem geht es vermutlich wie mir. Begeisterung. Dort oben, wo der Luftdruck die Reifung viel sanfter von statten gehen lässt, entsteht etwas wirklich Einzigartiges. Mit dem österreichischen Weingut Paul Achs, der Südtiroler Kellerei St. Pauls und dem deutschen Weingut Dr. Heger vermählen sich drei der besten Weingüter zu einer kraftvollen und eleganten Komposition. Ich probiere sie im Weinkeller des Hauses.  Nach dem Essen trinken wir vollmundige Süßweine, wählen beim Grand Diner unsere Favoriten aus gleich drei verschiedenen Weinen zu jedem Gang aus, doch das unschlagbare Highlight sind die großen 1,5 Liter, 3 und 6 Liter Flaschen, die von den Winzern mitgebracht wurden. Das sind richtige „Big Bottles“ – solche, wo man schon Geräte braucht, um den Wein in Gläser und Karaffen zu füllen. Und alle eint die Hoffnung, dass 2015 nicht so ein Jahr wie 2014 werden möge. Das war ein schweres Jahr. Viel zu kalt und feucht im August und September. Ich drücke ihnen von Herzen die Daumen.

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Stolze Winzer mit ihren „Big Bottles“

Sternen- und Haubendichte
Gleich mehrere Sterneköche sind angereist. Dieter Koschina aus Portugal, Franz Fuiko aus Salzburg und Karl Baumgartner aus Südtirol teilen sich die Küche mit Gottfried Prantl, Küchenchef im Das Central und ausgezeichnet mit der ewigen Haube von Gault Millau. Ihm gebührt auch der erste Abend. Bachsaibling, Spargel und Apfel, gefolgt von einem Raviolo mit Trüffeln. Der Rehrücken ist mein Liebling. Davon hätte ich gerne zwei, auch wenn ich hier maßlos übertreibe, was das Aufnahmevermögen meines Magens angeht. Sein Dessert ist auch noch zwei Tage später Gesprächsthema an unserem Tisch. Ein Apfelstrudel in einem Apfel. So oder ähnlich könnte man das Kunstwerk beschreiben. Auf der Piste werden wir mit einem Gourmet BBQ verwöhnt. Höhenluft macht hungrig, also darf ich das auf keinen Fall verpassen. Nach jedem Diner warten allerfeinste Pralinen auf uns. Ich nehme dann immer eine kleine Auswahl mit auf mein Zimmer. Und stärke mich damit am nächsten Nachmittag. Dann, wenn alle anderen ihre schon aufgefuttert haben, sinke ich auf mein Sofa und teile den Pralinen meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Am zweiten Abend hat Dieter Koschina das Zepter in der Hand. In manchen Momenten wünsche ich mir, es wäre weniger laut um mich herum. Wünsche den Musikern eine Pause nur weil ich ganz egoistisch in den Genuss versinken will.
Der Höhepunkt, das kulinarische Finale, ist dann das Flying Dinner auf dem Giggijoch. Hier treten sie alle an und präsentieren wahre Kunstwerke. Das noch, und das auch, ach, ich will alles probieren. Alle an meinem Tisch strahlen vor Freude.

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v. l. Dieter Koschina, Franz Fuiko, Gottfried Prantl

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Iberico Schwein mit Langoustine auf Perlgraupen Risotto

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Das ist wirklich nur ein kleiner Ausschnitt der Vorspeisen

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Dessert Kunst

Dessert Kunst

Ein Hoch auf das Leben und die Berge glühen
Feuerwerk! Die Berge werden erleuchtet. In klarer, kalter Nachtluft staunen wir in den Himmel (natürlich mit einem Glas in der Hand) und feiern zum letzten Mal diesen großartigen Event. Überhaupt – ich habe viel gelernt über die Lebensfreude in diesen drei Tagen. Habe bestaunt, wie die Gesellschaft malaysischer Weinfreunde sich tanzend nach dem Essen erhob, wie sie mit Servietten wedelten, als einer der ihren sich auf die Bühne stellte und gesungen hat. Habe gelernt, dass man Freude nicht nur verhalten äußern darf. Dass es richtig ist, wenn man feiert und dankbar ist für den Genuss. Drei Tage mit wunderbarem Wein, liebevoller Betreuung und herrlichem Essen. Schönwetter-Skifahren und Lachen.
Ich werde euch alle vermissen. Ach was – ich vermisse euch schon jetzt. Während ich das schreibe, trinke den letzten Rest vom Pino 3000 und sehe noch immer das Feuerwerk am Himmel (ich erspare euch das Handy Video dazu, denn es wird nicht im Ansatz diesem Moment gerecht).

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Im nächsten Jahr wird es ein Jubiläum geben. Zum 15. Mal feiert Das Central „Wein am Berg“. Schon jetzt wird gemunkelt, man wolle das noch außergewöhnlicher gestalten. Wo es doch jetzt schon nicht leicht ist, aus diesem Traum wieder in den Alltag hinaus zu kriechen.

Wer das erleben will, findet alle Infos dazu hier:

www.weinamberg.at

www.central-soelden.com

https://www.central-soelden.com/kulinarik/erlebnis-wein/pino-3000.html

Die Reise wurde unterstützt vom Das Central – Alpine. Luxury .Life. Vielen Dank dafür!

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One Response to Genuss am Berg, auf den Spuren von James Bond
und Skifahren mit einem Weltmeister

  1. Claudia ~ Food with a View 7. Mai, 2015 at 19:22 #

    Das klingt nach drei wunderbaren Tagen, liebe Claudia, und wie immer bei Deinen herrlichen Reiseberichten hat man das Gefühl, man wäre mit dabei beim Wedeln (da bin ich allerdings gänzlich talentfrei), beim Tafeln und beim Wein- und Pralinengenuss. Und all das im schönsten Bergpanorama… Danke für diesen Lese- und Schaugenuss!

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