13. Mai 2016

Fliedersirup und Glücksmomente

Frühling, Länderküche, nach Saison, deutsch, Cocktails | 0 Kommentare

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Bevor die Eisheiligen über das Land mit eisiger Hand einfielen waren die Tage sonnig und warm. Alle zog es hinaus ins Grüne und die Seen. Auch ich saß am See in der Sonne und holte mir erfolgreich meinen ersten Sonnenbrand. Es fühlte sich schon richtig an wie Sommer. Der Rosé lief gut, es gab gegrillte Calamari auf Salat und fast schien es, als ob jetzt die Badesaison kurz bevor steht. Eben halt nur fast, denn ein paar Tage später war alles wieder vorbei. Das Thermometer im Auto zeigt mickrige 10° und ich schalte die Sitzheizung ein. Weicheimäßig.
Ein bisschen dieser umwerfende Frühlingstage habe ich jedoch mitgenommen. In Form von Fliederblüten. Büsche mit voll erblühtem Flieder standen da einfach so am Wörthsee rum und ich konnte nicht widerstehen. Ich musste Flieder haben. Das Auto auf dem Weg nach Hause roch besser als jede Parfümerie und noch am gleichen Abend stehe ich brav in der Küche und zupfe alle Blüten davon ab. Die Finger werden ein wenig klebrig dabei. Und wie der Blütenhaufen vor mir immer größer wird, denke ich an Grasse, die Stadt in Südfrankreich, wo so viele Rohstoffe aus Blüten gewonnen werden. Grasse, welches auch schon in dem Film „das Parfum“ eine wichtige Rolle spielte. Destillation, kalte Enfleurage.. all das schießt mir durch Kopf während ich meine Blüten zupfe. Ich will diesen wunderbaren Duft in meinem Sirup haben.
Zuerst koche ich den Zuckersirup. Lasse ihn etwas abkühlen und gieße ihn dann über die Blüten. Ich genieße dieses Arbeiten mit den Blüten über alle Maßen. Dann lasse ich ihn einige Tage ziehen. Nachdem ich ihn abgeseiht habe probiere ich ihn zum ersten Mal – ein umwerfend florales Aroma mit einer ganz feinen Säure (von den Zitronenscheiben).
Ich hole mir etwas Eis aus dem Gefrierschrank, gieße mir einen Wodka ein und gebe von dem Sirup darüber. Perfekt. Macht bestimmt auch was her, wenn ich es mit Sekt probiere. Kir Royal mit Cassis war gestern!

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Für 5 Flaschen (je ca. 300 ml Inhalt)
8-10 voll aufgeblühte, ungespritzte (am besten dunkelviolette) Fliederblütendolden

1 Bio-Zitrone

1 kg Zucker,

20 g Zitronensäure (aus der Apotheke oder Bioladen)

1. Die Fliederblüten nicht waschen. Die einzelnen Blüten von den Dolden zupfen, dabei mögliches Ungeziefer entfernen. Die Zitrone heiß waschen, trockenen, in Scheiben schneiden und mit den Fliederblüten in eine Schüssel oder ein 2 L Einmachglas mit Deckel geben.
2. 1 ½ l Wasser und den Zucker in einem Topf unter Rühren aufkochen lassen, bis sich der Zucker völlig aufgelöst hat. Dann noch 3 Min. sprudelnd kochen und lauwarm abkühlen lassen. Die Zitronensäure einrühren und die Mischung über den Flieder gießen.
3. Die Schüssel oder das Glasgefäß mit einem Teller abdecken und die Mischung im Kühlschrank 4 Tage ziehen lassen. Dabei verlieren die Blüten ihre Farbe und geben diese an den Sirup ab. Den Fliedersirup anschließend durch eine Kaffeefiltertüte oder ein Haarsieb gießen, auf saubere a Flaschen verteilen, verschließen und kühl aufbewahren.

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