Ein Grund mehr den Rosenkohl zu lieben

ottolenghi Rosenkohlsalat-1-7

Rosenkohl muss man einfach liebhaben. Selbst jene, die glauben, dass sie dazu nicht in der Lage sind. Denn hier gilt – nur wem es gelingt, diesem kleinen, zarten Wunder der Natur mit Respekt und Raffinesse seine feinen Aromen zu entlocken, wird mit Genuss belohnt. Das hat was vom Pfad der Erleuchtung. Drum suche nach dem richtigen Rezept. Wer nicht lange suchen will, der schaut einfach bei Yotam Ottolenghi nach. Der ist  auf dem Pfad des erleuchteten Rosenkohls schon weit gekommen. Das manifestiert sich bereits in den einleitenden Worten zu seinem Rezept von Rosenkohlsalat mit Pomelo. „Es ist mir ein Rätsel, warum der Rosenkohl schon immer in Wasser gekocht wurde…“

Was ihm also barbarisch erscheint, ist hierzulande gängige Praxis. Muffigen Kohlgeruch gibt es gratis dazu. Er setzt auf die im Ofen gegarte Variante. Nur so könne sich seiner Meinung nach das volle Aroma entfalten. Und mit Zimt und Zitrusfrucht hat’s auch bestimmt noch keiner ausprobiert. Grund genug also, das jetzt auch mal versuchen.

Und zu dieser Zeit dem Rosenkohl aus dem Weg zu gehen ist schwer. Jetzt ist seine Saison gekommen. Kenner schwören natürlich noch auf den obligatorischen „Frost-Biss“, weil der die kleinen Kohlröschen besonders zuckrig macht. Besonders schön anzusehen ist er, wenn er manchmal auf dem Bauernmarkt direkt am Stängel angeboten wird. Spiralförmig wachsen hier die Röschen am Stängel entlang. Praktischer ist es jedoch immer, die einzelnen Röschen zu kaufen. Wer sich jedoch wundert, warum Rosenkohl immer gleich aussieht, ist seiner Verwandtschaft noch nicht begegnet. Eher selten findet man die roten Vertreter seiner Art. Wem besonderes Glück beschert ist (in der Regel durch Eigenanbau), der kann sich an einer neuen Kreuzung aus Rosenkohl und Grünkohl erfreuen. Das sind dann allerliebste kleine halboffene Röschen, deren Blätter rötlich-lila leuchten und wie der Grünkohl leicht gekräuselt sind. Ich habe ihn bisher nur auf Bildern entdeckt und wie immer, wenn ich etwas entdecke, was ich nicht haben kann oder nicht finde, nimmt diese Suche obsessive Züge an. Sachdienliche Hinweise werden also gern entgegen genommen.

ottolenghi Rosenkohlsalat-1 ottolenghi Rosenkohlsalat-1-9

Was mir besonders an diesem Rezept von Ottolenghi gefallen hat, ist die Kombination mit Zwiebel und den in Zimt-Sternanis Sirup marinierten Pomelos. Ich konnte nicht warten, bis der Salat völlig ausgekühlt war. Er wurde gleich nach dem Mischen verzehrt. Nach dem ersten Bissen gönne ich ihm etwas mehr Zitronensaft. Dann war er auch gleich weg.

Rosenkohlsalat mit Pomelo, Zimt und Sternanis

für Zwei

50 g Zucker
1 Zimtstange
3 Sternanis
2 EL Zitronensaft
½ Pomelo
300 Rosenkohl, geputzt
125 g Schalotten
40 ml Olivenöl
etwas Koriandergrün
Salz, Pfeffer

ottolenghi Rosenkohlsalat-1-8

Den Zucker, die Zimtstange und den Sternanis in einem kleinen Topf mit 50 ml Wasser vermengen und zum Sieden bringen. 1 Minute köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Vom Herd nehmen, 1 EL Zitronensaft unterrühren und auskühlen lassen.

Die Pomelo schälen (es darf keine weiße Haut mehr zu sehen sein) und filetieren. Die Filets in dem abgekühlten Sirup mindestens eine Stunde ziehen lassen.

Den Ofen auf 220° vorheizen.

In einem Topf Salzwasser zum Kochen bringen und den Rosenkohl und die geschälten Schalotten etwa 2 Minuten darin blanchieren. Unter fließend kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen und trocken tupfen.

Den Rosenkohl halbieren, die Schalotten vierteln. In einer ofenfesten Form mit 2 EL Öl, etwas Salz und frisch gemahlenem Pfeffer vermengen.

Etwa 20 min im Ofen rösten, bis der Rosenkohl goldbraun ist.

Herausnehmen, abkühlen lassen und mit den marinierten Pomelofilets vermengen. Aus 1 EL des Sirups, dem restlichen Olivenöl, dem restlichen Zitronensaft und einer guten Prise Salz ein Dressing rühren und dieses behutsam unter den Salat heben. Je nach Geschmack mit noch etwas Sirup nachwürzen.

Mit den Korianderblättchen servieren.

Das Rezept stammt aus dem neuen Kochbuch von Yotam Ottolenghi „Vegetarische Köstlichkeiten“, erschienen im Dorling Kindersley Verlag. Zur Rezension geht es hier entlang. Und das Interview mit ihm gibt es hier.

 

, , ,

7 Responses to Ein Grund mehr den Rosenkohl zu lieben

  1. Kurt Fronert 15. Dezember, 2014 at 22:38 #

    Hallo, bei einer halben Pomelo auf 300 g Rosenkohl… sieht man im Foto nicht… passt das?

    • Dinner um Acht 16. Dezember, 2014 at 9:12 #

      Hallo Kurt,
      ja so sieht es das Original Rezept vor. Ich habe es ja nur für 2 Personen gemacht. Im Original wird auf 600g Rosenkohl eine Pomelo von 900g gerechnet. Nach dem Filetieren sollten davon 300g übrig bleiben. Das meiste an der Pomelo ist ja Schale 😉
      liebe Grüße
      Claudia

  2. Julia 13. Dezember, 2014 at 0:24 #

    Das Rezept wird morgen ausprobiert! Ich bin schon gespannt.
    Hab zufällig heute bei REWE die Rosenkohl-Grünkohl-Kreuzung gesehen. Klingt spannend und wird auch bald getestet.

    • Dinner um Acht 13. Dezember, 2014 at 11:36 #

      Ohh! dann weiß ich, wo ich heute noch hinfahre.. vielen Dank, liebe Julia

  3. Toni 9. Dezember, 2014 at 14:07 #

    mmmhh! Lecker! Ich hab dich glatt mal verlinkt:
    http://backenmachtfroh.blogspot.de/2014/12/ich-habe-es-getan-ottolenghi-s.html

  4. Claudia ~ Food with a View 6. Dezember, 2014 at 9:29 #

    Köstlich! Erst kürzlich stand ich mal wieder vor einer Pomelo und habe mich gefragt, was damit anfangen. Zu Rosenkohl sicherlich perfekt (und nach dieser Grünkohl-Kreuzung muss ich nun auch dringend suchen 😉 ).

    • Dinner um Acht 9. Dezember, 2014 at 14:14 #

      Liebe Claudia, ich bin sicher, dir fällt doch noch viel mehr spannendes dazu ein… 😉

Schreibe einen Kommentar