21. Januar 2014

Das Glück von Trüffeln, Nudeln und Wein

Rezepte, Vegetarisch, Länderküche, italienisch, nach Saison, Herbst, Winter, Pasta | 11 Kommentare

Gebt mir Trüffel! Aber so richtig, und bitte nicht als Geschmacksimpression in Form eines aromatisierten Öls (das ist mir unheimlich, weil ich da nie einen Trüffel darin sehe). Bleibt mir weg mit ein paar vornehmen Spänen, seid nicht geizig. Gehobelt, gehackt und bitte – in Mengen. Trüffel sind nur durch eines zu ersetzen. Durch noch mehr Trüffel. Gut, es ist kein Essen für jeden Tag, es ist Luxus, aber weit davon entfernt in die Kaviar-Kategorie gezählt zu werden. Trüffel für zwei Personen kostet ungefähr 20 Euro. Das ist nicht wenig, aber es ist im Bereich des „Gönnbaren“.

Seit Langen hatte ich mal wieder so richtig Lust auf einen Teller Nudeln mit Trüffeln. Kein Pilz kann mir auch nur annähernd die Freude machen so begehrenswert zu sein wie der Trüffel. Ich wiederhole mich. Das ist ein Zeichen echter Hingabe an diesen Geschmack. Man möge mir diese sündige Anwandlung nachsehen.

Die Markthändlerin musste erst ihren Kollegen bitten, einen Passenden aus dem Trüffel Tresor zu holen, da sie unter gar keinen Umständen dies für mich tun könne. Der Geruch sei ihr viel zu intensiv. Das könne sie nicht aushalten. Aha. So etwas gibt es? Ich staune also darüber, dass wohl jeder bei etwas einknickt, das für andere nicht so richtig nachvollziehbar ist. Mir raubt eher der Geruch von getrocknetem Fisch die Sinne.

Zurück zu meinen Trüffeln. Wenn ich in diesem Zusammenhang von üppig spreche, dann meine ich zuallererst eine selbstgemacht Trüffel Paste als Basis, etwas Parmesan und in ausreichender Menge Trüffel darüber gehobelt. Damit ich diesen knackig würzigen Biss möglichst ganz oft immer wieder auskosten kann. Und damit sich die Anschaffung des Trüffelhobels auch lohnt. Mehr als einmal im Jahr kommt dieser selten zum Einsatz.

Dazu sollte es einen Wein geben, der daneben bestehen kann. Da muss etwas Kraftvolles her, welcher trotzdem die Noblesse besitzt, sich nicht in den Vordergrund zu drängen. Im Piemont, wo auch viele der Trüffel herkommen (neben dem Périgord in Frankreich), ist man da sehr gut aufgehoben.

Der Weinhändler des Vertrauens gab mir eine Flasche von Enzo Boglietti. Ein Barbera d’Alba von 2012, welcher schon den Gambero Rosso entzückte. Tadellose Machart, nicht allzu langer Barriqueausbau mit einer feinen Tanninstruktur und einer eher sanften Frucht. Alles in allem schmiegt er sich liebevoll an meine Trüffel. Eine Entdeckung, die Freude macht. Und auch dann noch gefällt, wenn der Teller längst leer gegessen ist und nur noch die Erinnerung an den Trüffel am Gaumen haftet.

 

Für Zwei

250 g Pasta
20 g schwarze Trüffel
50 g Parmesan, gerieben
2 EL Olivenöl
Fleur de Sel

 

Für die Trüffelpaste ein Drittel des Trüffel sehr fein hacken und mit Olivenöl und etwas Fleur de Sel im Mörser zu einer Paste verarbeiten.

Die Nudeln (sofern nicht selbstgemacht) nach Packungsanweisung bissfest kochen. Nach dem Abgießen des Kochwassers zurück in den Topf geben und die Trüffelpaste zusammen mit dem Parmesan untermischen. Nach Bedarf nochmal mit etwas Fleur de Sel abschmecken.

Auf Teller verteilen und mit einem Trüffelhobel den restlichen Trüffel darüber hobeln.

 

 

 

 

11 Comments

  1. Melanie

    Wie schön, dass du mit deiner Trüffelpasta so glücklich warst, da hast du wohl die bessere Sorte erwischt. Ich hatte mich an italienischen Burgundertrüffeln versucht (tuber uncinatum), und fand sie ziemlich fad…Dafür habe ich heute einen großartigen Trüffelkäse gefunden 🙂 Liebe Grüße Melanie

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  2. Claudia ~ Food with a View

    Köstlich! Auch haben wollen, jetzt, um Mitternacht! Und ich stimme Dir uneingeschränkt zu – lieber selten frische Trüffeln, dann aber ordentlich. Viel hilft hier viel :-). Lieben Gruß!

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  3. clubzimmer

    Auch. Haben. Will. Jetzt! Ich teile Deine Leidenschaft für Trüffel uneingeschränkt und kann mich jetzt so gar nicht mehr auf das heutige Abendessen – ohne Trüffel – freuen … Lieben Gruß, Kathrin

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    • Dinner um Acht

      Freu dich auf morgen oder übermorgen oder aufs Wochenende, Kathrin. Trüffelvorfreude ist immer gut.
      Liebe Grüße
      Claudia

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  4. Bonjour Alsace

    Ohhhhh, mein Zahn tropft nicht nur, er trieft 😉
    Nach vielen diversen Trüffelzubereitungen ist mir dies das liebste, Pasta mit Trüffeln. Hast Du mal bei lamiacucina die Pasta Alfredo mit Trüffeln gesehen? kööööstlich

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    • Dinner um Acht

      Oh ja! Am besten gefällt mir der Ausspruch “Aut tuber, aut nihil” – Entweder Trüffel oder nichts. Wie wahr!

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  5. erkocht

    20 Euro für 20g Trüffel ist ja auch geschenkt. Guter Trüffel kostet aber im Normalfall mehr und ist durchaus in Preisregionen wo auch guter Kaviar angesiedelt ist.

    Bei meinem Trüffelhändler des Vertrauens bezahle ich nämlich 4-5 Euro pro Gramm für Périgord, 6-7 Euro pro Gramm für Alba-Trüffel. Alle anderen können meiner Meinung nach aromatisch nicht mithalten. Durchaus absoluter Luxus, aber ja, ich denke auch, man sollte sich das mal gönnen dürfen :-).

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    • Dinner um Acht

      Da gebe ich dir natürlich recht. Das war in diesem Fall ein Freundschaftspreis für einen schönen italienischen Trüffel. Definitiv kein Asia-Trüffel. Jetzt bin ich allerdings auch nicht so Trüffel-erfahren, dass ich sagen könnte was einen italienischen Trüffel vom anderen unterscheidet. Da selbst Freunde von mir in den Marken dort auf ihrem Hügel Trüffel haben, ist dies ja ergo kein Alba Trüffel. Wie nennt man einen Nicht-Alba Trüffel?

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  6. Susanne

    Ich seh dir alles nach Claudia; immer 🙂 Und morgen pilgere ich hoffnungsvoll auf den Viktualienmarkt: 🙂

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    • Dinner um Acht

      Ich hoffe du weißt zu welchem Stand zu gehen musst und welchen du meiden solltest, liebe Susanne.

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