Bittersüß – Radicchio, Mangold und Kräutersaitlinge mit Taleggio und Trüffelhonig

Chicoree Taleggio Bowl-1-5Bittersüß ist eine Bezeichnung, die ich sehr mag. Sie passt irgendwie in diese Zeit. Eine Zeit, wo so vieles uns schockiert und wo doch auch viele aufstehen, mit anpacken, helfen und liebevoll miteinander umgehen. Eine Zeit, wo fremdschämen und fremdstolzsein in stetigem Wechsel sind. Und wie alle Jahre wieder kurz vor Ostern, ist mir nicht ferner, als Kuchen oder lustige Cupcakes zu backen. Danke, liebe Leserin, lieber Leser, dass ihr trotzdem hier seid und das bittere Gemüse mit mir teilt.

Ich habe schon oft geschrieben und tue es auch immer wieder – bitter ist so gut für uns. Es garantiert unser Wohlbefinden, regt die Galle und die Verdauung an. Bitter regt den Appetit an. Nicht umsonst sind die meisten Aperitifs dieser Welt eher bitter. Denken wir an Campari (Chinin und die Rinde des Kaskarillabaums), an Cynar (aus der Artischocke), an einen Manhattan (Whiskey mit Angostura). Der italienische Amaro (amare bedeutet auf Italienisch sowohl lieben wie auch bitter), beschreibt dies besonders schön. Bitter ist ein „erwachsener“ Geschmack, dessen Gunst man sich nur mit Lebensjahren verdient. Radicchio, Trevisano und Mangold sind eher zurückhaltende Vertreter aus der Familie der bitteren Genüsse. Und wenn man ihnen ein bisschen Süße dazu gibt, werden daraus ganz besonders verlockende Kompositionen.
Ich habe einmal Radicchio und den italienischen Taleggio Käse in einem cremigen Risotto verwendet und dieses seitdem bestimmt an die fünfzig Mal immer wieder gekocht. Alle lieben es. Da lag der Gedanke nah, doch auch mal Radichio und Taleggio ohne Reis zusammenzubringen. Egal ob im Ofen geschmort, oder eben im Risotto – die beiden sind eine unschlagbare Kombination.
Und weil es eben auch noch so schöne Mangoldblätter und meine Lieblinge, die Kräutersaitlinge, auf dem Markt gab, durften die auch mit dazu.
Eine feine Zusammenstellung, wo bitter und süß den Gaumen verwöhnen denn.

Dazu  ein altes deutsches Sprichwort – zuviel ist bitter, und wenn es lauter Honig wäre.

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Für Zwei
1 mittelgroßer Kopf Radicchio
1 kleiner Mangold (oder Pak Choi)
100 g Taleggio
1 EL (+ 1 TL) Butter
2 Kräutersaitlinge
1 EL Trüffelhonig
Salz, frisch gemahlener Pfeffer, etwas getrockneter Thymian

Den Ofen auf 180° vorheizen.
1. Den Strunk des Radicchio entfernen. Die Blätter waschen und nur leicht abtropfen. Den Mangold waschen, abtropfen und die Blätter grob zerzupfen. Die Kräutersaitlinge mit einem Küchenkrepp säubern und in Scheiben schneiden.
2. In einer kleinen Pfanne oder Topf 1 TL Butter schmelzen und die Pilze darin leicht bräunen. Mit Salz und einer Prise getrocknetem Thymian würzen.
3. In einer zweiten Pfanne 1 EL Butter aufschäumen lassen und die Radicchioblätter und den Mangold dazugeben, kräftig umrühren, mit einem Deckel verschließen und eine Minute dünsten lassen. Salzen.
4. In zwei ofenfeste Formen das Gemüse und die Pilze verteilen. Mit dem Trüffelhonig beträufeln.
5. Den Käse würfeln und darauf verteilen. Im Ofen etwa 10 Minuten den Käse schmelzen lassen.

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3 Responses to Bittersüß – Radicchio, Mangold und Kräutersaitlinge mit Taleggio und Trüffelhonig

  1. Julia 24. März, 2016 at 11:56 #

    Das ist so eine herrliche Kombination, die gibt es bei mir auch immer wieder :)

  2. Ti saluto Ticino 24. März, 2016 at 8:31 #

    Ich mag diese Geschmackrichtung bitter-süss sehr gerne und könnte mir das auch gut mit Catalogna, der ja noch eine Nuance bitterer als Radicchio ist, vorstellen. Wie so häufig bewundere ich deine Fotos – sogar die Serviette passt im Farbton zu Sprossen und Radicchio. Herrlich!

    • Claudia 25. März, 2016 at 20:15 #

      Liebe Sabine, das würde ich sehr gerne mal probieren. Ist hier aber schwer zu bekommen.
      Liebe Grüße
      Claudia

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