Schwarz wie die Nacht und mehr als nur lecker – der Winter Rettich

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Für manche ist der schwarze Rettich auch heute noch ein Heilmittel. Sein Saft hilft bei Husten. Ganz nebenbei ist er auch noch in Sachen Vitamin C so hoch dosiert, dass Seefahrer gerne damit verköstigt wurden. In der heutigen Zeit geht die Wahrscheinlichkeit in unseren Breiten an Skorbut zu erkranken, zwar gegen Null, aber die Natur hat sich schon was dabei gedacht, weswegen sie uns um diese Jahreszeit diesen grandiosen Rettich beschert. Gut, ich gebe gerne zu, dass ich lange Zeit ihm nur eine beiläufige Beachtung geschenkt habe. Rettich – da denkt man hier in Bayern doch gerne an die Biergärten, wo so ein Radi zu einem frisch Gezapften genossen wird. Das Immunsystem wie auch der gesamte Stoffwechsel freuen sich über dieses rabenschwarze Gemüse, das man jetzt auf jedem Bauernmarkt findet.

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Das Fleisch ist fester, ein wenig schärfer als seine sommerlichen Artgenossen und macht sich ganz hervorragend in der asiatischen Küche. Stichwort Wasabi. Zwar ist der schwarze Rettich in punkto Schärfe weit von diesem entfernt, aber bei der Wahl der Aromen nehmen die beiden sich wenig. Sesam, Shoyu und Dashi sind hier willkommen und so beschließe ich, dass dieser Rettich hervorragend dazu taugt, zusammen mit einer einzelnen, kleinen gelben Bete und einer Ur Möhre, die sich sicherlich im Gemüsefach schon langweilt, einen großartigen Salat ergibt. Und natürlich die Stachelgurke – noch so eine triumphale Entdeckung auf dem Markt. Es passiert ja nicht allzu oft, dass ich ratlos vor einem Gemüse stehe, aber in diesem Fall habe ich schon ganz besonders sparsam geschaut. Bis Markus, der Markthändler, mir erklärte, was es mit diesem stachligen Ding auf sich hat. Geschmacklich irgendwo zwischen Gurke, Kartoffel und grüner Papaya angesiedelt, habe sie einen buttrigen Schmelz und ein eher mildes Gurken Aroma. In diesem Satz waren auf jeden Fall mehr als zwei Trigger Worte (er kennt mich nur zu gut, mein Markthändler). Ich kann nicht anders. Ich muss sie haben.

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Schälen ist beim schwarzen Rettich nicht notwendig. Und jedem, der jetzt zögert sei versichert –  das ist nicht wie bei den Schwarzwurzeln, die voller Erde sind und darüber hinaus mit klebrigem Saft die Finger schwärzen.

Für Zwei

1 großer schwarzer Rettich, fest und mit intakter Schale
1 mittelgroße Ur Möhre
1 kleine Gelbe Bete
1 Stachelgurke (alternativ eine grüne, unreife Papaya oder eine entkernte, geschälte Gurke)
1 EL weißes Miso
1 TL geröstetes Sesamöl
2 EL Mirin
1 EL Maracuja Essig
3 EL japanische Soja Sauce (Katsuo Dashi), diese Soja Sauce ist weitaus milder als die Gängige und kann nicht mit dieser in gleicher Menge ersetzt werden. Wird normale Soja Sauce verwendet, sollte diese mit Sake oder Dashi Brühe gestreckt werden
brauner Zucker
1 EL Gomasio (Sesam mit Meersalz)
1 EL Kresseblättchen

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Den Rettich gut waschen. Entweder mit der Küchenmaschine oder einer Mandoline grob raspeln. Die Möhre und die Bete schälen und ebenfalls raspeln. In eine Schüssel geben und mit braunem Zucker (etwa 1 EL) bestreuen, mit den Händen gut durchmengen und eine halbe Stunde ziehen lassen. Das entstandene Wasser abschütten.

Die Stachelgurke schälen und das Kerngehäuse herausschneiden. Grob raspeln.

Die übrigen Zutaten zu einer Marinade verrühren und über den Salat geben. Nochmal etwa 15 Minuten marinieren lassen und dann servieren.

Der Salat schmeckt großartig auf mit Frischkäse bestrichenen Reiswaffeln.

Dieses Rezept ist ein Beitrag zum Tierfreitag.

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3 Responses to Schwarz wie die Nacht und mehr als nur lecker – der Winter Rettich

  1. Julia 9. Februar, 2015 at 19:16 #

    Der Salat ist k ö s t l i c h! Vielen dank für dieses tolle Rezept und das dazugehörende tolle Abendessen :)

  2. Claudia ~ Food wih a View 16. November, 2014 at 10:27 #

    Das Stachel-Gürkchen lässt mich sprachlos zurück, liebe Claudia. Wahnsinn, was Du immer wieder ausgräbst! Und was für eine großartige saisonale Verwendung es mit dem schwarzen Rettich zusammen gefunden hat, perfekt. Ich bin übrigens begeistert bei Dir zu lesen, dass man schwarzen Rettich nicht schälen muss, was mich auch optisch sehr freut – sofort tanzen mir bei dem Gedanken rohe Ravioli mit weißen Rettich-Scheibchen mit schwarzem Rand vor den Augen…

    • Dinner um Acht 16. November, 2014 at 10:32 #

      Oh, liebe Claudia, das klingt toll. Ja, mach das unbedingt. Ich bin schon ganz gespannt darauf. Das Stachel-Gürkchen, sei übringens relativ einfach zum Selbstanbau habe ich recherchiert. Wuchsfreudig und sparsam in der Pflege ;-)
      ganz liebe Grüße
      Claudia

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